Vereinsnachrichten

 

 

GA Nr. 43 vom 24.10.2019

 

Großer Pflegeeinsatz für den Langblättrigen Ehrenpreis im Kampelsried

 

Am Samstag, den 9. November erfolgte ein Landschaftspflegeeinsatz des VUL im Gewann Kampelsried im Umfeld des Federbachs und unweit zur Gemarkungsgrenze nach Bietigheim.

Mit insgesamt 15 Helfern und einem guten technischen Equipment mit sechs Freischneidern und drei Traktoren mit Anhängern konnte innerhalb weniger Stunden fast ein Hektar Feuchtwiese gemäht und abgeräumt werden.

                        


Die Pflegemaßnahme wurde von der Naturschutzverwaltung beim Regierungspräsidium Karlsruhe angeordnet und dient der Erhaltung eines seltenen Pflanzenvorkommens:

Der Langblättrige Ehrenpreis (Veronica longifolia) zählt zur Familie der Wegerichgewächse und wird 30–90 cm hoch. Die mehrjährige Pflanze blüht leuchtend blau im Juli und August und ist eine gute Bienenweide. Der Langblättrige Ehrenpreis ist nach der Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“ und wird in der Roten Liste Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft. In Süddeutschland ist er nur auf wenigen Standorten zu finden. Zu seiner Erhaltung müssen aufkommende Goldrutenbestände, Indisches Springkraut und weitere stark wüchsige Hochstauden regelmäßig zurück gedrängt werden.

 

Die Vorstandschaft bedankt sich herzlich bei den zahlreichen Mitgliedern, die an diesem Morgen unter erschwerten Bedingungen in dem durchnässten Gelände mitgearbeitet haben.

 

 

 

VUL unterstützt globalen Klimastreik von Fridays for Future

Am letzten Freitag nahmen einige Vereinsmitglieder am Klimastreik in Rastatt teil. Nach einer Kundgebung vor dem Landratsamt, wo mehrere Redner*innen einen effektiven Klimaschutz forderten und den jungen Initiatoren für ihren Einsatz dankten, zog der Protestzug lautstark zum Rathaus.
Aus zeitlichen Gründen konnten wir leider nur per E-Mail auf die Veranstaltung hinweisen.

Dank für Pflege der Sandgrasnelke

Ein hartes Stück Arbeit für den Artenschutz, aber nach 4 Stunden war es geschafft: Am vergangenen Samstag pflegten drei Aktive den Standort der Sandgrasnelke am Hirschgrund durch Mähen und Abräumen der Mahd. Dafür ein herzliches Dankeschön. Die Arbeiten werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe gefördert

            

 

Viel Ferienspaß bei Naturrallye

Am 14.08.2018 nahmen 14 Kinder unter der Leitung von Carolin und Stefan Vogt am Ferienspaßprogramm des Vereins für Umweltschutz und Landschaftspflege Ötigheim e.V. (VUL) teil.

Los ging es um halb zehn am Badplatz mit einem kurzen Kennenlernspiel. Danach wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Gruppen für eine Naturrallye aufgeteilt. Auf dem Weg durch den Wald mussten nun beide Gruppen Quizfragen beantworten, Obstbäume erkennen und bestimmte Blumen auf einer Blumenwiese ausfindig machen. Durch richtige Antworten und gelöste Aufgaben sammelte jede Gruppe fleißig Punkte, die später mit Süßigkeiten belohnt wurden.

    

Nach etwas mehr als zwei Stunden an der Grillhütte angekommen, gab es dort erstmal für alle eine Stärkung. Danach schnitzten sich die Kinder Stöcke für Stockbrot zurecht, welches sie dann über der offenen Glut rösteten. Im Anschluss wurde noch „Ochs am Berg“ gespielt, bei der es galt, eine Klobürste zu erobern, was für viel Gelächter sorgte. Als Schlusspunkt gab es noch Eis zur Abkühlung.

    

Alle Kinder (und auch die Betreuerinnen und Betreuer) hatten an diesem Tag viel Spaß und freuen sich schon auf das Ferienspaßprogramm im nächsten Jahr. Vielleicht sieht man sich aber auch schon bei anderen Aktion des VUL. Diese werden immer im Ötigheimer Gemeindeanzeiger und auf der Vereinshomepage (www.vul-oetigheim.de) angekündigt.

Herzlichen Dank an Carolin und Stefan Vogt für Organisation und Durchführung sowie an Ludwig Bruch, Doris und Günter Vogt und Gerhard Friedrich für ihre Unterstützung.

 

Fahrradexkursion des VUL am Freitag, 24. Mai 2019

Bei bestem Wetter trafen sich Mitglieder und weitere Interessierte am vergangenen Freitag zur diesjährigen Exkursion des VUL. Mit insgesamt 28 Teilnehmern war die Veranstaltung erfreulich gut besucht. Ziel der kleinen Radtour waren die durch den Verein betreuten Pflegeflächen im Tiefgestade Ötigheims. Unter fachkundiger Führung vom zweiten Vorsitzenden Dr. Volker Späth besuchten wir fünf markante Gebiete, in denen die Pflegeziele und durchgeführten Arbeiten erläutert wurden und bei denen auf die Besonderheiten der vorkommenden Flora und Fauna eingegangen wurde.

Wir starteten bei den alten Federbachschluten im Äscherig, die ohne kontinuierliche Pflege zuwachsen und verlanden würden. Durch die Pflegemaßnahmen wird hingegen einer Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten der Lebensraum erhalten.

Ein Teich im Wiesengelände bietet Laub- und Grasfrosch sowie dem seltenen Kammmolch Fortpflanzungsmöglichkeiten. Die Wiese wird regelmäßig von der sich ansonsten stark ausbreitenden Goldrute befreit. Am Stinkgraben war an verschiedenen Abschnitten gut zu erkennen, dass ohne Pflegmaßnahmen die Uferbereiche schnell komplett zuwachsen würden. Ohne offen gehaltene Bereiche hätten Schmetterlinge, Zauneidechsen und Fledermäuse jedoch keine passenden Lebensräume und würden verschwinden.

An der Grenze zu Steinmauern konnten wir die Fläche besichtigen, die im Rahmen des Landschaftspflegetages vor zwei Jahren von Unterholz und Goldrute befreit wurde und sich nun als locker bewachsenes Wiesengelände präsentiert. Hier können Goldammer und Nachtigall belauscht werden.

Zum Abschluss besuchten wir das Kampelsried und nahmen die im letzten Herbst gemähte und abgeräumte Wiese in Augenschein, die den seltenen Langblättrigen Ehrenpreis beherbergt. Diese Auwald-Pflanze entwickelt sich am Standort prächtig, ist aber leider sehr selten geworden und hat nur noch wenige Vorkommen.

Insgesamt ein sehr schöner Ausflug, der allen Teilnehmern viel Wissen und neue Erkenntnisse brachte. Vielen Dank an Volker Späth für seine kompetente Führung!


Start an der Federbachbrücke

  
VUL-Pflegebereiche im Naturschutzgebiet im Gewann Äscherig

 
Pflegebereich am Stinkgraben

 

Mitgliederversammlung - Großes Arbeitspensum für die Natur / Eckart Naab nach 30-jährigem Engagement verabschiedet

 

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins für Umweltschutz und Landschaftspflege Ötigheim 1971 e. V. (VUL) konnte der 1. Vorsitzende August Wieland eine positive Bilanz ziehen. Anhand von Lichtbildern verwies er, unterstützt vom 2. Vorsitzenden Dr. Volker Späth, auf die vielfältigen Aktivitäten des Vereins im Jahr 2018.

Gleich zu Jahresbeginn wurden in einer gemeinsamen Aktion mit der Bahn AG auf der Schnellbahn-Rohtrasse seltene Pflanzen der dort vorhandenen Sandrasenvegetation umgepflanzt, die sonst durch Baumaßnahmen zerstört worden wäre. Ein weiterer großer Arbeitseinsatz mit 14 Vereinsmitgliedern war im Spätjahr der Pflege des Langblättrigen Ehrenpreis gewidmet, der in der Roten Liste als gefährdet eingestuft ist. Der ca. 30 Ar große Standort im Tiefgestade wurde von Fallholz und altem Mahdgut gesäubert, gemäht und abgeräumt.

Breiten Raum nahm auch das Zurückdrängen von Goldruten, Brennnesseln und Brombeeren in Feuchtbiotopen im Gewann Äscherig und am Haftgraben ein sowie die Pflege einer Schmetterlingswiese im Kampelsried.

Dazu kamen die alljährlichen Pflegemaßnahmen auf 1,3 Hektar gemeindeeigenen Streuobstwiesen sowie am Standort der Sandgrasnelke im Gewann Hirschgrund. Die Pflegmaßnahmen wurden je nach Zuständigkeit vom Landkreis oder Regierungspräsidium gefördert, bzw. beauftragt.

Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit bot Vorstandsmitglied Marcus Rimpel einen Vortrag und eine Exkursion über heimische Schmetterlinge an. Nach längerer Abstinenz gab es Dank Carolin und Stefan Vogt wieder ein Angebot des Vereins bei der Ferienspaßaktion der Gemeinde.

In seinem Kassenbericht konnte Kassier Rolf Jenisch eine positive Jahresbilanz aufweisen. Kassenprüfer*in Elisabeth Vehring-Rößler und Hans Weingärtner bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung und beantragten die Entlastung des Kassiers und der weiteren Vorstandsmitglieder, die einstimmig erfolgte.

Bei den anstehenden Wahlen gab es folgende Ergebnisse: wiedergewählt in ihren Ämtern wurden August Wieland, erster Vorsitzender, Dr. Volker Späth, zweiter Vorsitzender, Rolf Jenisch, Kassier und Christian Gehri, erster Beisitzer. Marcus Rimpel, bisher Beisitzer, wurde als Schriftführer und Ludwig Bruch als zweiter Beisitzer gewählt.

In ihren Ämtern bestätigt wurden Kassenprüfer*in Elisabeth Vehring-Rößler und Hans Weingärtner. Alle Wahlen erfolgten einstimmig und ohne Enthaltungen.

Mit einem Präsent und großem Applaus für seine langjährigen Dienste für den Verein wurde Eckart Naab verabschiedet. Er war 21 Jahre Schriftführer, zuvor 6 Jahre Beisitzer und 3 Jahre Kassenprüfer des Vereins.

Im Anschluss an die Regularien referierte Michael Hug, stellvertretender Leiter des Instituts für Landschaftsökologie und Naturschutz, Bühl, anschaulich und erkenntnisreich zum Thema Ökokonto - Sparbuch mit Natur oder ökologischer Ablasshandel?

Foto: Dr. Volker Späth, August Wieland, Eckart Naab (von links)

 

 

Jahresrückblick 2018: Landschaftspflege und Öffentlichkeitsarbeit als Schwerpunkt

 

Mit Zufriedenheit können die 200 Mitglieder des Vereins für Umweltschutz und Landschaftspflege Ötigheim auf ein arbeitsreiches Jahr zurückblicken. Gleich zu Jahresbeginn gelang es in einer gemeinsamen Aktion mit der Bahn AG auf der Rohtrasse der zukünftigen Schnellbahn, seltene Pflanzen wie Sandgrasnelke, Steppenthymian und Knöllchen-Steinbrech umzusiedeln. Diese hatten sich in der 15-jährigen Baupause dort angesiedelt und wären den inzwischen wieder aufgenommenen Bauarbeiten zum Opfer gefallen. Durch die Aktion konnte wenigstens eine größere Anzahl dieser Sandrasengewächse gerettet werden.

Im jahreszeitlichen Ablauf folgte das Schneiden von 100 Streuobstbäumen auf mehreren gemeindeeigenen Wiesen, die im zeitigen Frühjahr geeggt und im Sommer zweimal gemulcht wurden. Neben der alljährlichen Pflege des Sandgrasnelkenstandorts im Gewann Hirschgrund, galt ein umfangreicher Pflegeeinsatz dem Langblättrigen Ehrenpreis (Veronica longifolia) im Gewann Kampelsried. Diese leuchtend blau blühende Pflanze ist nach der Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“ und wird in der Roten Liste Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft. Mit 14 Helferinnen und Helfern war der Verein zu Gange, um den Standort zu säubern, abzumähen und die Mahd schließlich zum Kompostplatz abzufahren.

Traditionell wurde auch die Wiesenpflege im Ötigheimer Tiefgestade mit einer Förderung aus Kreismitteln des Landkreises Rastatt umgesetzt. Hierzu gehört eine Wiese mit dem Großen Wiesenknopf im Gewann Kampelsried am Federbach. Trotz optimaler Pflege konnten auch in diesem Jahr keine Exemplare des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) festgestellt werden. Der Große Wiesenknopf kam in diesem Jahr aufgrund der sehr frühen Mahd und der Niederschläge bis zum 11. Juni mit guter Wüchsigkeit fast auf der gesamten Wiesenfläche regelmäßig vor. Möglicherweise steht der Verlust in Zusammenhang mit der extremen Trockenheit 2016/17, wodurch die Fläche stark austrocknete und an Wuchskraft verlor. Die extreme Trockenheit hat auch im Jahr 2018 die Goldrute auf vielen Pflegeflächen begünstigt, da diese Art besser mit der Trockenheit zurecht kommt als viele einheimische Pflanzen.

Auch in der Öffentlichkeitsarbeit zeigt der Verein Engagement: Vorstandsmitglied Marcus Rimpel referierte bei der Mitgliederversammlung anhand beeindruckender Fotos und mit vielen interessanten Details über heimische Schmetterlinge. Im Frühsommer führte er dann eine Exkursion auf die artenreichen Magerwiesen des Murgdamms bei Steinmauern und erläuterte die Besonderheiten der anzutreffenden Falter. Hierbei war auch das Insektensterben ein Thema. Der dramatische Rückgang der Insekten und auch der Tagfalter basieren auf umfangreichen Studien in Europa. Als Ursache werden der Strukturverlust der Landschaft, die umfangreiche Düngung und die Anwendung von Pestiziden diskutiert.

Zum Thema Glyphosateinsatz - das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird - hatte der VUL auch an einem Runden Tisch der Gemeinde mit Landwirten und Jägern teilgenommen. Die Forderung, auf gemeindeeigenen Flächen ein Glyphosatverbot in die Pachtverträge aufzunehmen, konnte leider nicht durchgesetzt werden. Auch beim Engagement der Gemeinde zur Pflege landwirtschaftlicher Grundstücke hat sich der VUL eingebracht und die Erhaltung von mittlerweile auf natürliche Weise entstandenen Feldholzinseln angemahnt.

In den Sommerferien bot der Verein unter der Schirmherrschaft der Gemeinde eine Ferienspaßaktion für Kinder an. Carolin und Stefan Vogt bereiteten Ratespiele in der Natur und Basteleien für Insektenbehausungen vor, die den Kindern ersichtlich viel Spaß machten. Schließlich präsentierte der Verein seine vielseitigen Aktivitäten am Tag der Umwelt auf einer Ausstellung am DB-Infocenter „Tunnel Rastatt“.

 

 

Frohe Weihnachten und ein friedvolles neues Jahr 2019

wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern des Vereins sowie allen Bürgerinnen und Bürgern.
Ein herzliches Dankeschön an die Aktiven, an unsere Mitglieder und an alle, die uns in irgendeiner Weise unterstützten.

 

Großer Landschaftspflegeeinsatz für Langblättrigen Ehrenpreis im Kampelsried

 

Am Samstag, den 10. November erfolgte ein Landschaftspflegeeinsatz des VUL im Gewann Kampelsried im Umfeld des Federbachs und unweit zur Gemarkungsgrenze nach Bietigheim. Mit insgesamt 14 Helfern und einem guten technischen Equipment mit vier Freischneidern und zwei Traktoren mit Anhängern konnte innerhalb weniger Stunden fast ein Hektar Feuchtwiese gemäht und abgeräumt werden.

 

     

 

Die Pflegemaßnahme wird von der Naturschutzverwaltung beim Regierungspräsidium Karlsruhe angeordnet und dient der Erhaltung eines seltenen Pflanzenvorkommens.

 

 

Der Langblättriger Ehrenpreis (Veronica longifolia) zählt zur Familie der Wegerichgewächse und wird 30–90 cm hoch. Die mehrjährige Pflanze blüht leuchtend blau im Juli und August und ist eine gute Bienenweide. Der Langblättrige Ehrenpreis ist nach der Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“ und wird in der Roten Liste Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft. Er ist Blume des Jahres 2018. Zu Ihrer Erhaltung müssen aufkommende Goldrutenbestände, Indisches Springkraut und weitere stark wüchsige Hochstauden regelmäßig zurück gedrängt werden. Die Vorstandschaft bedankt sich bei allen Mitgliedern, die an diesem Morgen noch rechtzeitig vor dem um die Mittagszeit einsetzenden Regen tatkräftig im Gelände mitgearbeitet haben.

 

Dank für Pflege der Sandgrasnelke

 

Ein herzliches Dankeschön an unsere Aktiven, die am vergangenen Samstag den Standort der Sandgrasnelke am Hirschgrund durch Mähen und Abräumen der Mahd pflegten. Die Arbeiten werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe gefördert.

 

 

Viel Ferienspaß beim VUL

 

(Bilder durch Anklicken vergrößern und herunterladen!)

 

Am 07.08.2018 nahmen 14 Kinder am Ferienspaßprogramm des Vereins für Umweltschutz und Landschaftspflege Ötigheim e.V. (VUL) teil. Los ging es um halb zehn am Badplatz mit einem kurzen Kennenlernspiel. Danach konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Weg zur Grillhütte gut versteckte Bilder von heimischen Tieren, wie z.B. dem Hirschkäfer oder der Ringelnatter, suchen.

 

 

An der Grillhütte wurden dann von jedem Kind zwei einfache Insektenhotels gebastelt. Ein umgedrehter und mit Stroh gefüllter Blumentopf dient künftig Marienkäfern oder Ohrenzwickern als Unterschlupf. Außerdem wurden leere Konservendosen mit Bambusstäben gefüllt und so Nistmöglichkeiten für Wildbienen geschaffen. Den Kindern wurde auch gezeigt, wie man mit wenig Aufwand Insektentränken einrichtet.

 

 

Nachdem es zwischendurch bereits Brezeln, Wassermelone und Apfelschnitze zur Stärkung gegeben hatte, gab es zur Mittagszeit heiße Wurst im Weck. An dieser Stelle bedankt sich der Verein sehr herzlich bei der Bäckerei Schröder für die spendierten Backwaren.

 

 

Nach dem Mittagessen hatten die Kinder in drei Gruppen die Aufgabe, ein rohes Ei mit Naturmaterialien so zu verpacken, dass man es aus drei Metern Höhe fallen lassen konnte, ohne dass das Ei Schaden nahm. Mit viel Moos, Zweigen, Blättern und Einfallsreichtum bauten die Jungs und Mädchen ihr „Nest“. Tatsächlich hatte eine Gruppe das Ei so gut eingewickelt, dass es den Sturz unbeschadet überstanden hatte.

 

 

Bevor die Kinder um 15 Uhr von den Eltern oder Großeltern abgeholt wurden, standen noch verschiedene Spiele, ein kurzer Abstecher zu einer Schlute des alten Federbachs sowie zur Abkühlung eine kleine Wasserschlacht und eine Runde Eis auf dem Programm.

 

 

Alle Kinder sowie die Betreuerinnen und Betreuer hatten an diesem Tag viel Spaß und freuen sich schon auf das Ferienspaßprogramm im nächsten Jahr. Vielleicht sieht man sich bei anderen Aktion des VUL wieder.

 

Ein herzliches Dankeschön an Carolin und Stefan Vogt für Ideen, Organisation und Durchführung dieses Ferienspaßes.

 

Wo das Schachbrett Flügel hat:

 

VUL-Schmetterlingsexkursion auf dem Murgdamm

 Kleiner Kohlweißling, Ochsenauge, Schachbrettfalter – es ist erstaunlich, was alles auf den Wiesen und am Waldrand flattert und Nektar saugt. Vorausgesetzt, man weiß, wo man nachschauen muss. Und genau dort hin, nämlich auf die artenreichen Magerwiesen auf dem Murgdamm bei Steinmauern, führte Marcus Rimpel am vergangenen Sonntag im Rahmen einer gut zweistündigen Schmetterlingsexkursion des VUL mehr als ein Dutzend interessierte Besucher aller Altersgruppen. Das VUL-Vorstandsmitglied, in seiner Freizeit leidenschaftlicher Fotograf von Schmetterlingen, der seine Beobachtungen aus ganz Europa auf der eigenen Webseite „Falterwelten“ teilt, wusste aus eigener, langjähriger Praxis jede Menge Einzelheiten aus dem kurzen Leben der farbenfrohen Insekten zu berichten. Zum Beispiel, dass es immerhin acht Arten der zarten Flieger schaffen, als ausgewachsene Falter in unseren Breiten zu überwintern. Daher kommt es, dass man im Frühling oft schon relativ früh zum Beispiel Zitronenfalter über die kaum ergrünten Wiesen flattern sieht. Der Experte erkennt viele heimische Falter bereits an ihrer Flugweise, aber auch die aufmerksamen Teilnehmer konnten im hohen, blütenreichen Gras manche Entdeckung machen und mit der Kamera festhalten. Dabei zeigten sich beispielsweise nicht nur das bekannte Tagpfauenauge, Großer und Kleiner Fuchs oder - besonders häufig – die einprägsam schwarz-weiß gemusterten Schachbrettfalter, sondern auch Zungenbrecher-Arten wie der Braunkolbrige Braundickkopffalter oder sein Kollege, der Rostfarbene Dickkopffalter. Der Ameisenbläuling, erläuterte Marcus Rimpel, ist stark gefährdet, weil er abhängig ist von gar nicht oder selten bewirtschafteten Randstreifen mit Wiesenknopfvorkommen, wo er seine Eier ablegt, und Ameisennestern, in denen seine Nachkommen aufgezogen werden. Auf dem Rückweg durch ein Waldstück lief der Gruppe noch eine flauschige Raupe des Eichenspinner-Schmetterlings über den Weg, nicht zu verwechseln mit dem als schädlich und gesundheitsgefährdend bekannten Eichenprozessionsspinner. Alles in allem eine ausgesprochen kurzweilige Exkursion, die – von vielen „Ohs“ und „Ahs“ begleitet – wie im Flug verging. Und ein Spaziergang, der Lust machte, die eigenen Erlebnisse nicht nur in Bezug auf Schmetterlinge, sondern auch hinsichtlich anderer, gleichsam im Vorübergehen erlebter Arten wie Insekten, Vögel und Pflanzen bei geeigneter Gelegenheit zu vertiefen.  Chris Heinemann

 

Der Schachbrettfalter nuckelt besonders gerne an den violetten Skabiosen-Flockenblumen. Foto: ch

 

Anhand eigener Fotokarten erklärte Marcus Rimpel die Verhaltensweisen und Lebensbedingungen heimischer Schmetterlingsarten. Foto: VUL

 

Bericht über die Mitgliederversammlung am 13. April 2018:

 

Bürgermeister Kiefer lobt den vorbildlichen Einsatz des Vereins

 

„Wir sind froh, mit dem VUL einen so kompetenten Partner in der Natur- und Landschaftspflege zu haben und wir schätzen ihre Hinweise und Anregungen sowie die gute Zusammenarbeit mit ihnen“, so Bürgermeister Frank Kiefer auf der Mitgliederversammlung des 205 Mitglieder zählenden Ötigheimer Umweltschutzvereins.

Zunächst führte der erste Vorsitzende August Wieland in seinem mit vielen Fotos ausgestatteten Geschäftsbericht chronologisch durch das Vereinsjahr 2017. Im Mittelpunkt standen die verschiedenen Biotop- und Landschaftspflegemaßnahmen, die einen Arbeitsumfang von 207 Stunden ergaben und die dank der Förderungen von Landkreis, Regierungspräsidium und Gemeinde finanziell gestemmt werden konnten. So pflegt der Verein derzeit ca. 1,5 Hektar Streuobstwiesen mit 110 Obstbäumen, mäht schwer zugängliche Uferbereiche entlang des Federbachs sowie Problemflächen im Naturschutzgebiet „Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim“ und hält Flachwasserbiotope frei von Überwucherung. Die zunehmend massiven Wildschweinschäden an den Grasnarben der Wiesen bereiten dem Verein viel Ärger, da sie einen deutlichen Mehraufwand in der Pflege erfordern und oftmals nur mit externer Hilfe behoben werden können. Volker Späth, zweiter Vorsitzender des Vereins, erläuterte die Problematik mit einer Wiese im Gewann Kampelsried, die die Wirtspflanze Großer Wiesenknopf des inzwischen seltenen Ameisenbläulings trägt. Infolge ungünstiger Witterung mit langen Trockenperioden war die Blütezeit des Großen Wiesenknopfes in den letzten beiden Jahren oft verzögert, obwohl die erforderlichen Mähzeitpunkte eingehalten wurden, so dass die Anzahl der Falter rückläufig waren.

Erfolgreich war die Unterstützung des ersten öffentlichen Landschaftspflegetages des 2014 vom Landkreis gegründeten Landschaftserhaltungsverbands (LEV). Dieser fand in Zusammenarbeit von LEV, Gemeinde und VUL in Ötigheim statt. Dabei wurde eine von Gehölzen und Goldruten überwucherte Senke frei gestellt, um der ursprünglichen Vegetation mit Sumpf-Segge und Schwertlilien wieder Vorrang zu verschaffen.

Einen Beitrag zur Integration der in Ötigheim lebenden Flüchtlinge leistete der Verein durch einen Baumschnittkurs, der auf gute Resonanz stieß. Den Flüchtlingen wurde hierdurch Landschaft und Kulturhandwerk ihrer derzeitigen neuen Heimat nähergebracht.

Rolf Jenisch konnte in seinem Kassenbericht eine erfreuliche Bilanz vorweisen. Die Kassenprüfer Elisabeth Vehring-Rößler und Hans Weingärtner bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung und beantragten die Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erfolgte.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft durfte der Verein die Mitglieder Manfred Gallion und Ulrich Kalkbrenner ehren.

Im Anschluss an die Versammlung referierte Vorstandsmitglied Marcus Rimpel mit beeindruckenden Fotos und vielen interessantem Informationen über heimische Schmetterlinge.

 

 

 

Vorsitzender August Wieland und Jubilar Manfred Gallion

 

Danke für Obstbaumschnitt

 

Am 3. und 10. Februar haben unsere Aktiven 75 hochstämmige Obstbäume auf gemeindeeigenen Streuobstwiesen geschnitten und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der
Streuobstkultur geleistet. Allen Beteiligten hierfür ein herzliches Dankeschön.

Im Gewann Kreuzäcker zwischen Schnellbahnbaustelle und B3 sind sämtliche Wiesen zum wiederholten Mal massiv durch Wildschweine beschädigt worden, so dass ein weiteres
ehrenamtliches Engagement in Frage gestellt ist.

 

Baumpflege im Gewann Kreuzäcker

 

Wildschweinschäden an der Grasnarbe

 

 

 

Gelungene Umpflanzaktion an der Bahntrasse

 

Mit Spaten und Eimer ausgestattet begaben sich am letzten Samstag ein gutes Duzend Pflanzenliebhaberinnen und -liebhaber an die Rohtrasse der DB-Schnellbahn, um in einer gemeinsamen Aktion von Bahn AG und VUL seltene Pflanzen umzupflanzen.

Was war der Anlass? Im letzten Frühjahr war die Rohtrasse der Schnellbahn zwischen Ötigheim und Bietigheim noch ein Eldorado für Pflanzen, die trockene sandige Standorte lieben. Sandgrasnelke, Steppen-Thymian, Knöllchen-Steinbrech, Sandglöckchen, Silbergras etc. bedeckten zusammen mit zahlreichen Flechtenarten und aufkommendem Gehölz das trapezförmige Sandbett der zukünftigen Bahntrasse.

Im Zuge der Arbeiten an der Trasse wurde diese Vegetation in den letzten Monaten mehr und mehr abgeräumt. Letztlich der Westhang beherbergt momentan noch abschnittsweise diese Pflanzengesellschaften, die aber infolge von Böschungsarbeiten ebenfalls verschwinden müssen. Von diesen Pflanzen wurden nun einige Exemplare auf den bereits fertiggestellten Osthang der Trasse umgepflanzt.

Nach einer Unterweisung durch den Initiator der Aktion, VUL-Mitglied Jörg Griese, wurde zwei Stunden lang intensiv gearbeitet und dabei zwei ausgewählte Standorte bepflanzt. Ein Angießen war infolge des Dauerregens der letzten Tage nicht erforderlich.

Abschließend gab es von Seiten der Bahn eine kleine Verkostung und Herr Kalmbach von der Bahn AG überreichte jedem Teilnehmer zum Dank eine Geschenktasche.

Allen Teilnehmern sagt der VUL für die gelungene Aktion nochmals herzlich Dankeschön.

 

 

 

Jörg Griese erklärt zu Beginn der Aktion die verschiedenen Pflanzenarten

 

 

Bepflanzen des Osthanges der Trasse

 

Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahre 2017

Mit Genugtuung können die Mitglieder des Vereins für Umweltschutz und Landschaftspflege Ötigheim (VUL) auf das zu Ende gehende Jahr blicken. Gleich zu Beginn wurde ein Highlight gesetzt: In Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) des Landkreises und der Gemeinde wurde in Ötigheim der erste öffentliche Landschaftspflegetag des Landkreises durchgeführt. Rund 20 Bürgerinnen und Bürger, ausgestattet mit entsprechendem Werkzeug, machten sich an diesem sonnigen Wintertag daran, ein mit Goldrute und Gehölzen zugewachsene Schlute im Dreiländereck im Gewann „Strietallmendwiesen“ auf einer Fläche von ca. 2400 Quadratmetern freizulegen. Ziel der Maßnahme war es, den standorttypischen Pflanzen wie Sumpf-Segge, Gelber Schwertlilie, Mädesüß und Beinwell wieder zum Durchbruch zu verhelfen. Da dies längerfristig nur durch eine Wiesennutzung zu gewährleisten ist, führte der VUL im Laufe des Jahres mehrere Mäharbeiten als Entwicklungspflege aus, die insbesondere dem Verdrängen der Goldrute diente.

Einen Schwerpunkt im Vereinsjahr bildete die Pflege von 1,7 Hektar Streuobstwiesen durch Baumschnitt und Mäharbeiten. Beim winterlichen Schneiden der Obstbäume wurden wir von in Ötigheim wohnenden Flüchtlingen unterstützt. Diesen war zuvor in einem Baumpflegekurs das entsprechende Know-how vermittelt worden.

 

Flüchtlinge helfen dem VUL beim Obstbaumschnitt

 

Einen erheblichen Mehraufwand erforderte die Beseitigung der zahlreichen Wildschweinschäden an der Grasnarbe einiger Streuobstwiesen, was bei den Aktiven zunehmend für Frust sorgte. „Ein im Schadensausgleich restriktives Jagdgesetz und nicht kooperative Jagdpächter werden dazu führen, dass Streuobstwiesen z.B. im Gewann „Kleinröder“ aber auch auf der Hardt im Gewann „Kreuzäcker“ vermehrt aufgegeben werden“, so der erste Vorsitzende August Wieland.

Im Gewann „Kampelsried“ wurde Ende Juni die Schönwetterphase genutzt und gemäht und geheut. Weiterhin erfolgte  der Rückschnitt der Erlenjungwüchse am Biotopteich mit Aufnahme und Entsorgung auf dem Kompostplatz. Auch die Federbachwiesen oberhalb und unterhalb des Badplatzes wurden wieder mehrfach gemäht und gegen eindringende Gehölze und Brombeeren „verteidigt“. Bei der Federbachwiese oberstrom des Badplatzes wurden über den Sommer Altgrasstreifen belassen. Im Altgrasstreifen wurden mehrere Pflanzen der Breitblättrigen Stendelwurz ( Epipactis helleborine) aus der Familie der Orchideen festgestellt und damit erhalten.

 

Die Breitblättrige Stendelwurz

 

Viel Arbeit wurde auch in die Pflege des Naturschutzgebietes an den Biotopteichen und Schluten im Gewann „Äscherig“ investiert.

Weitere Arbeitseinsätze galten der Pflege der Sandgrasnelke im Gewann Hirschgrund, deren Bestand sich seit dem Anbringen eines Holzgeländers zum Schutz vor Befahren mit Geländemotorrädern erholt hat Die Maßnahmen der Biotop- und Landschaftspflege wurden Dank öffentlicher Förderprogramme, z. B. durch den Landkreis Rastatt, mit einer Kostenübernahme in Höhe von 70 Prozent bezuschusst.

Bei einer botanischen Fahrradtour zu Sandflächen der Hardtebene gab Exkursionsleiter Jörg Griese einen Einblick in die Vegetationsformen trockener Standorte und erläuterte den interessierten Teilnehmern welche Strategien von den Pflanzen entwickelt wurden, um mit dem Problem des Wassermangels fertig zu werden.

Frohe Weihnachten und ein friedvolles neues Jahr 2018

wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern des Vereins sowie allen Bürgerinnen und Bürgern.
Ein herzliches Dankeschön an die Aktiven, an unsere Mitglieder und an alle, die uns in irgendeiner Weise unterstützten.

 

 

Pflege der Sandgrasnelke

Ötigheim besitzt an der Einfahrt zum Testgelände der Daimler AG im Gewann Hirschgrund ein botanisches Kleinod: Die dort vorkommende Sandgrasnelke – eine in Nordeuropa häufig anzutreffende Pflanze – ist in Deutschland selten und besonders geschützt und hat im Ötigheimer Hirschgrund ihren südlichsten bekannten Standort.

Am vergangenen Samstag pflegten unsere Aktiven diesen Standort durch Mähen und Abräumen der Mahd. Infolge des vielen Regens der vergangenen Tage waren die Arbeitsbedingungen an dem steilen Hang erschwert. Umso mehr sei den fleißigen Männern gedankt. Ein Dank auch an die Gemeinde, die die Verpflegungskosten übernahm.

 

       

 

Landwirtschaft global: Hunger auf Ressourcen!

Was glauben Sie, wie viele Hektar jeder Mensch nutzen dürfte, um sich zu ernähren? Und wie viele Hektar verbrauchen Sie wohl für Ihren Lebensstil?

Würde dir gesamte verfügbare Ackerfläche der Welt auf alle ErdbewohnerInnen aufgeteilt, stünden jedem Menschen 0,2 Hektar = 2000 Quadratmeter Land  für Anbau von Getreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse und Baumwolle zur Verfügung. Jede/r EU-BürgerIn nimmt allerdings durchschnittlich 1,3 Hektar Ackerfläche in Anspruch – sechsmal so viel wie ein Mensch in Bangladesch. Auch die nutzbare Ackerfläche in Deutschland, die knapp 17 Millionen Hektar umfasst, kann nicht die Nachfrage der Bevölkerung nach Agrarprodukten decken. So beliefen sich die virtuellen Netto-Landimporte Deutschlands 2010 auf 6,4 Millionen Hektar. Fast die Hälfte davon entfiel in den letzten Jahren auf den Anbau von Futtermitteln für die Fleisch- und Milchproduktion: Allein in Lateinamerika beansprucht die deutsche Fleischindustrie zirka drei Millionen Hektar für Sojaplantagen. Eine vegetarische Ernährung ist deutlich effizienter beim Flächenverbrauch als eine fleischlastige Kost: Wenn Nutzpflanzen nicht direkt Menschen ernähren, sondern an Tiere verfüttert werden, um daraus Fleisch zu gewinnen, landen von 100 Kalorien am Ende nur 17 bis 30 auf dem Teller.

Getreide für Strom, Industrie und die Mülltonne

Doch ein konsequenter Vegetarismus allein würde das Flächenproblem noch nicht lösen: Neben der Produktion von Lebensmitteln (43 Prozent) und Futtermitteln (36 Prozent) flossen 2016 zwölf Prozent der weltweiten Getreideernte in die industrielle Nutzung und weitere neun Prozent in die Energiegewinnung. Folgende Rechnung kann den Flächenverbrauch für Bioenergie veranschaulichen: Um eine 20 Watt Glühlampe ein Jahr lang mit Biodiesel aus deutschem Raps zum Leuchten zu bringen, werden 100 Quadratmeter benötigt. Wenn die Glühlampe mit Bioethanol aus Zuckerrü ben oder Biogas aus Mais betrieben werden soll, sind dafür jeweils 50 Quadratmeter Ackerfläche von Nöten. Im Vergleich dazu liegt der Flächenverbrauch für Windkraft- und Photovoltaikanlagen in Deutschland bei acht bzw. vier Quadratmetern. Darüber hinaus verschwenden Unternehmen und KonsumentInnen jedes Jahr wertvolle Ressourcen: So landen in Deutschland 20 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Mülltonne.

Ökolandbau: ein wichtiger Klimaschützer

Schließlich heizt die Landwirtschaft auch den Klimawandel massiv an: So verursacht die landwirtschaftliche Produktion je nach Berechnungsgrundlage bis zu einem Drittel der globalen Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig sind beim Ackerbau die Folgen des Klimawandels besonders stark zu spüren, wenn es etwa zu Dürren und Überschwemmungen kommt. Deshalb sollte der ökologische Landbau weltweit viel stärker vorangetrieben werden: Weil die Bodenqualität beim Ökolandbau besser ist und er auf mineralische Dünger verzichtet, verbraucht er pro Hektar ein Drittel weniger fossile Energie als die konventionelle Landwirtschaft, während etwa doppelt so viel CO2 im Boden gespeichert wird. Schließlich tragen agrarökologische Methoden wesentlich dazu bei, die Biodiversität zu erhalten und klimaresistente Ökosysteme aufzubauen.

 

Lena Michelsen (INKOTA-netzwerk), TAZ, August 2017

 

VUL-Exkursion:

Verborgene Vielfalt - Botanische Fahrradtour zu Sandflächen der Hardtebene

Freitag, 12. Mai 2017, 18-20 Uhr

 

Wer als Naturfreund im Rastatter Raum unterwegs ist, der hat eine große Auswahl an lohnenswerten Zielen.Schnell austrocknende Sandflächen zählen dabei meist nicht zu den begehrtesten Anlaufstellen. Doch diese, auf den ersten Blick unattraktiven Standorte, beherbergen eine Vielzahl interessanter Pflanzen.

Auf dieser Fahrradexkursion werden typische Vertreter und auch Besonderheiten vorgestellt. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche Strategien entwickelt wurden, um mit dem Problem Wassermangel fertig zu werden.

Der VUL lädt alle Interessierte herzlich zu dieser Veranstaltung ein.

 

Leitung: Diplom-Biologe Jörg Griese

 

Treffpunkt: Ötigheim, Parkplatz am Edeka-Markt Fitterer, Industriestr. 42

(kostenfreie Veranstaltung)

 

Bericht über die Mitgliederversammlung:

Großes Arbeitspensum, Ärger mit Baustellenabfall und Wildschweinschäden

Auf eine erfreuliche Resonanz stieß die diesjährige Mitgliederversammlung des VUL. Im Geschäftsbericht über 2016 erläuterte der erste Vorsitzende August Wieland die zahlreichen Aktivitäten des Vereins. Schwerpunkt war die Biotop- und Landschaftspflege auf gemeindeeigenen Streuobstwiesen der Hardt und auf Mähwiesen sowie an Flachgewässern im Tiefgestade. Auf den Streuobstwiesen gab es Probleme durch Ablagerungen von Baustellenabfall der Deutschen Bahn sowie durch massive Beschädigungen der Grasnarbe durch Wildschweine. Auch eine arbeitsintensive Erstpflege einer über Jahre verwilderten Streuostwiese im Gewann Kreuzäcker zählte zu dem Arbeitspensum. Hierbei wurde der Verein erfreulicherweise von zwei in Ötigheim lebenden Flüchtlingen unterstützt.

 

Im Gewann Kampelsried führt der Verein seit vielen Jahren die Wiesenpflege nach den Maßgaben zur Förderung des Großen Wiesenkopfs, landläufig als Blutströpfle bezeichnet, durch. Wie der zweite Vorsitzende Volker Späth erläuterte, ist dies die Wirtspflanze des gefährdeten Wiesenknopf-Ameisenbläulings. In Folge des feuchten Frühjahrs konnte 2016 die Mahd erst Ende Juni durchgeführt werden. Aufgrund der Trockenheit im Jahr 2015 und ab Juli 2016 hatte sich die Pflanze weniger gut entwickelt, so dass die Anzahl der Falter entsprechend rückläufig war.

 

Der Kassenbericht von Kassier Rolf Jenisch zeigte eine positive Entwicklung. Kassenprüferin Elisabeth Vehring-Rößler und –prüfer Hans Weingärtner bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung. Bernhard Kunze würdigte die Arbeit der Vorstandschaft und beantragte deren Entlastung, die einstimmig erfolgte.

Abschließend wurden folgende Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt: Susanne Jenisch, Rolf Jenisch, Manfred Kühn, Karin Weingärtner, Martin Weingärtner und Ulrike Weßbecher. Einen besonderen Dank erhielt Rolf Jenisch für seine 25-jähriges Engagement, zunächst als Kassenprüfer und dann als Kassier sowie für seinen ebenso langen Einsatz bei der praktischen Naturschutzarbeit.

Im Anschluss an die Regularien referierte Biologe Martin Klatt vom Umweltzentrum Rastatt über die Bedeutung der vielen Freiflächen entlang von Straßen, Parks, Gewerbegebieten aber auch von Vorgärten für die „Biologische Vielfalt“, zu deren Förderung sich die Bundesrepublik Deutschland seit 1992 verpflichtet hat. Da die Lebensbedingungen auf landwirtschaftlichen Flächen für Tiere und Pflanzen immer schlechter werden, gewinnt das innerörtliche Grün an Bedeutung. Leider werden blütenbunte Vorgärten immer mehr von schlichtem Rasen, exotischen Pflanzen, Bodendeckern oder neuerdings durch Schottersteine ersetzt. Einsaat mehrjähriger Wildblumen wie Flockenblume, Knautie und Kartäusernelke, die insbesondere den bestäubenden Insekten wie Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung bieten, lautet die Alternative. Hierzu fördert und berät der NABU landesweit ausgewählte Gemeinden.

 

 

 

Foto: Rolf Jenisch, Susanne Jenisch, August Wieland

 

Baumpflege mit Flüchtlingen

Nach absolviertem Baumpflegekurs Ende Februar, wollten zwei Teilnehmer ihre gewonnen Kenntnisse erfreulicherweise gleich einsetzen. So traf man sich vergangene Woche nochmals, um im Gewann Haftwiesen weitere Streuobstbäume durch Schnittmaßnahmen zu pflegen. Ein herzliches Dankeschön an die beiden Flüchtlinge Fadil Brahimi und Robbl Osman Ahmed.

von links: Rooble Osman Ahmed und Fadil Brahimi beim Baumschnitt in den Haftwiesen

 

Baumpflegekurs für Flüchtlinge

Gute Resonanz bei den Ötigheimer Flüchtlingen fand unser Baumpflegekurs, der eigens für diesen Personenkreis konzipiert wurde. In einem einstündigen Theorieteil wurde auf die wesentlichen Gesichtspunkte der Baumpflege mit Schwerpunkt Baumschnitt eingegangen.

Am darauf folgenden Tag wurde es dann konkret: Ausgerüstet mit entsprechendem Werkzeug ging es auf eine gemeindeeigene Streuobstwiese, bestanden mit ca. 15-jährigen, pflegebedürftigen Obstbäumen. Nach Begutachtung des jeweiligen Baumes und einer Diskussion der erforderlichen Maßnahmen war endlich körperlicher Einsatz gefragt, was den jüngeren Teilnehmern sehr entgegenkam. Mit viel Eifer und Begeisterung wurde geschnitten, gesägt und die Baumwunden behandelt, bis die einbrechende Dunkelheit den Feierabend einläutete.

 

 

Theoriestunde im Milchhiesl                                                                                   Flüchtlinge schneiden erstmalig Obstbäume

 

Obstbaumschnitt

Am 21.Januar und am 4. Februar haben unsere Aktiven rund 70 hochstämmige Obstbäume auf gemeindeeigenen Streuobstwiesen geschnitten und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstkultur geleistet.

 

Allen Beteiligten hierfür ein herzliches Dankeschön.

 

    

Schnitt eines stark beschädigten Baumes                                                                                        Baumschnitt am 4. Februar 2017

 

Erfolgreicher Landschaftspflegetag in Ötigheim

Am letzten Samstag hat es endlich geklappt: Nach zwei wetterbedingten Absagen im letzten Jahr konnte der erste öffentliche Landschaftspflegetag des Landkreises Rastatt in Ötigheim stattfinden.

Veranstaltet von der Gemeinde und unterstützt vom Landschaftserhaltungsverbands (LEV) des Landkreises Rastatt sowie vom VUL, fanden sich 18 Bürgerinnen und Bürger mit entsprechenden Gerätschaften an dem zu pflegenden Biotop ein. Dieses, aus einer Senke bestehende Seggenried, war über viele Jahre nicht mehr gemäht worden und deshalb stark verbuscht und auf seinen offenen Flächen überwiegend mit Goldrute überwachsen.

Schwerpunkte der Pflegemaßnahme waren daher die Entnahme der Gehölze und deren Abtransport zum Kompostplatz sowie das Beseitigen der Goldruten durch Abmähen und Mulchen der Fläche. In vierstündiger Arbeit wurde ein Areal von ca. 2400 Quadratmeter gepflegt, wofür sich die Verantwortlichen herzlich bei den fleißigen Bürgerinnen und Bürgern bedankten.

In der Senke wird sich nun wieder die standorttypische Vegetation in Form von Sumpf-Segge, Gelber Schwertlilie, Mädesüß und Beinwell durchsetzen. Damit dies tatsächlich gewährleistet ist, wird der VUL hierfür eine dauerhafte Pflege organisieren.

Auch von Seiten des VUL sei allen Beteiligten nochmals herzlich gedankt.

 

      

 

         

 

 

 

Obstbaumschnitt am 21.01.2017

 

Am 21.Januar konnten wir aufgrund der günstigen Witterung mit dem Obstbaumschnitt auf den gemeindeeigenen Streuobstwiesen beginnen.

Allen Beteiligten nochmals herzlichen Dank.

 

Obstbaumschnitt am 21. Januar

 

 

 

Veranstaltungen des VUL 2017:
 

Nachbarin Natur - jeder Quadratmeter ist wertvoll

Freitag, 31. März 2017, 21-22 Uhr (nach den Regularien der Mitgliederversammlung)

Ein Plädoyer für mehr Natur in den Siedlungen

Städte und Dörfer sind "Naturerwartungsland"! Die vielen Freiflächen entlang von Straßen, in Parks, oder Gewerbegebieten könnten wertvolle Lebensräume für unsere Tierwelt sein, wenn sie nicht von schlichtem Rasen, exotischen Pflanzen oder Bodendeckern bewachsen würden. Wie sich auch klein(st)e Flächen im Sinne der Natur entwickeln können, zeigt dieser Vortrag.

 

Veranstalter: Verein für Umweltschutz und Landschaftspflege Ötigheim (VUL)

Referent: Diplom-Biologe Martin Klatt

Treffpunkt: Ötigheim, Gasthaus Krone, Kronenstr. 41

Kostenfreie Veranstaltung

 

Jahresrückblick 2016

Engagiert in Biotop- und Landschaftspflege
 

Mit hohem Engagement gingen 2016 die Aktiven des VUL zu Werke.
Auf der Hardt pflegt der Verein schon seit vielen Jahren 130 gemeindeeigene Obstbäume auf 1,7 Hektar Streuobstwiesen. Durch die Baumaßnahmen von Bahn AG (Schnellbahntrasse) und Bund (B36 neu) sowie durch die Flurneuordnung verschwanden in den letzten Jahren viele Streuobstbestände, teils mit  stattlichen, landschaftsprägenden Obstbäumen, darunter auch Bestände, die vom VUL gepflegt wurden. Andererseits werden auf der Hardt viele der bestehenden Streuobstwiesen immer weniger gepflegt, so dass die seit mehr als 100 Jahren durch Obstbäume geprägte Kulturlandschaft mehr und mehr verschwindet und durch ausgeräumte Ackerflächen ersetzt wird. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, hat der VUL dieses Jahr eine Erstpflege auf einer vernachlässigten Streuobstwiesen durchgeführt, die im Zuge der Flurneuordnung der Gemeinde zugeteilt wurde. Dabei wurde in rund 50 Arbeitsstunden die Fläche von Buschwerk befreit, eingeebnet sowie die Bäume geschnitten und das angefallene  Material zum Kompostplatz abgefahren. Dankenswerter Weise wurden die Vereinsaktiven dabei von in Ötigheim wohnenden Flüchtlingen unterstützt.

 

Flüchtlinge helfen dem VUL bei der Pflege einer verwilderten Streuobstwiese

 

Erstmalig wurde 2016 der Baumschnitt durch ein Landesprogramm gefördert. Mit einem Sammelantrag hat der VUL 350 Bäume von der Gemeinde und von Privatpersonen bei dieser Aktion angemeldet, die nun bei mindestens zweimaligem Schnitt innerhalb von fünf Jahren mit jeweils 30 Euro gefördert werden.
Ein ernstzunehmendes Problem für die Streuobstwiesen ist die zunehmende Beschädigung der Grasnarbe durch Wildschweine. Begünstigt durch den großflächigen Maisanbau wurden 2016 im Hoch- als auch im Tiefgestade ganze Wiesenareale von den „Schwarzkitteln“ zerwühlt, so dass die Wiesenpflege 2017 einen erheblichen Mehraufwand erfordern wird, da zunächst eine Einebnung der Fläche erfolgen muss. Nachdem bislang vor allem die waldnahen Wiesen im Tiefgestade betroffen waren, hat das Problem der Wildschweinschäden mittlerweile selbst die ausgeräumte Hardt erreicht.
Im Tiefgestade wurden über einen beauftragten Pferdehalter 1,8 Hektar Wiesen  zur Heugewinnung gepflegt und damit die Artenvielfalt an Wiesenblumen stabilisiert. Das vom Verein gepflegte Sandgrasnelkenvorkommen im Böschungsbereich des Unimog-Versuchsgeländes im Gewann Hirschgrund wurde in den letzten Jahren durch unerlaubtes Befahren mit Geländemotorrädern gefährdet. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde als Geländebesitzerin und der Daimler AG als Pächterin wurde der Standort mittels Holzzaun geschützt. Seither hat sich der Nelkenbestand bereits deutlich erholt.
Die Trockenheit im Sommer 2015  hatte die Goldrute auf den Pflegeflächen im Tiefgestade im Jahr 2016 wieder stärker in die Ausbreitung gebracht. Das nasse Frühjahr begünstigte außerdem den Wuchs von Sträuchern und Brombeeren, so dass im Jahr 2016 am Haftgaben, am Amphibienbiotop beim Federbach und am Schwarzen Loch mehr Stunden zur Pflege der Feuchtwiesen und Röhrichte aufgewendet werden mussten. Schwierig durch die langen Regenperioden war auch die rechtzeitige Mahd der Wiese mit Ameisenbläulingen im Kampelsried. Am 23.6. wurde die erstmögliche kurze Schönwetterphase genutzt und gemäht und geheut.  Am 28. Juli  konnten 5  Exemplare des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) festgestellt werden. Der Große Wiesenknopf kam fast auf der gesamten Wiesenfläche regelmäßig vor und hatte in der wegnahen Nordhälfte der Fläche seinen Schwerpunkt.
Die Maßnahmen der Biotop- und Landschaftspflege werden Dank öffentlicher Förderprogramme z.B. durch der Landkreis Rastatt, mit einer Kostenübernahme in Höhe von 70 Prozent  bezuschusst.
Auch umweltpolitisch wurden 2016 Akzente gesetzt: Für das Gemeindeentwicklungskonzept und das integrierte Klimaschutzkonzept RegioENERGIE wurden Vorschläge und Anregungen eingereicht und im September nahmen Vereinsmitglieder an der Großdemonstration gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP  in Stuttgart teil.

 

Foto: VUL Mitglieder demonstrieren gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP in Stuttgart

 

 

VUL: Vorschläge zum Gemeindeentwicklungskonzept

PDF hier

 

 

Sa. 17.09.2016: Großdemonstration in Stuttgart für einen gerechten Welthandel

Gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP

CETA, das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada, ist die Blaupause für TTIP. Aber im Gegensatz zu TTIP ist das CETA-Abkommen fertig verhandelt und soll schon in den nächsten Monaten verabschiedet werden. Es steht für uns viel auf dem Spiel, wofür die Zivilgesellschaft in Deutschland und Europa lange kämpfen musste: Unsere gentechnikfreie Landwirtschaft mit strengen Regeln für Pflanzengifte und hormonfreies Fleisch, das Vorsorgeprinzip im Umweltschutz, sowie ein wirksamer Klimaschutz. Die von der EU-Kommission geplante „vorläufige Anwendung“ würde darüber hinaus auf unbestimmte Zeit die Demokratie aushöhlen!

Mit CETA sollen Großkonzerne Sonderklagerechte erhalten, mit denen sie gegen in Europa geltende Umwelt- und VerbraucherInnenschutzgesetze klagen können. CETA und TTIP stellen die Interessen der Konzerne ganz klar über unsere Bedürfnisse und den Schutz der Umwelt.

Um ein starkes Signal der Zivilgesellschaft an die politischen Entscheidungsträger zu geben, finden außer in Stuttgart gleichzeitig mit Beginn 12 Uhr in weiteren 6 Großstätten (Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München) Demonstrationen statt.

Der VUL ruft zur Teilnahme an der Demo in Stuttgart auf und organisiert hierzu eine Fahrt per Baden-Württemberg-Ticket.

Abfahrt in Ötigheim um 9:26 Uhr mit S 41, Ankunft in Karlsruhe 9:46 Uhr.

Abfahrt Karlsruhe 10:05 Uhr, Gleis 10, Ankunft in Stuttgart 11:09 Uhr.

Rückfahrt nach Absprache.

Anmeldung unter Tel. 23290 oder vul@vul-oetigheim.de

 

Hohes Arbeitsvolumen für Ötigheimer Natur

Neuwahlen bei Mitgliederversammlung des VUL

Harmonisch verlief die diesjährige Mitgliederversammlung des VUL. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder verwies der erste Vorsitzende, August Wieland, in seinem Geschäftsbericht auf die vielfältigen Tätigkeiten im Jahr 2015. An Hand von Fotos und Karten wurden die verschiedenen Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen des Vereins erläutert. Der Bogen reichte vom winterlichen Schnitt der Streuobstbäume zu den sommerlichen Mäharbeiten auf Obst- und  Feuchtwiesen sowie dem Entfernen von  Gehölzen und Problempflanzen an Biotopstandorten bei Herbstbeginn. Bei den Mäharbeiten kam erstmals der Ende 2014 erworbene Kompakttraktor zum Einsatz, der sich gegenüber dem früher verwendeten Balkenmäher als wesentliche Arbeitserleichterung erwies. Auch eine Motorsense gehört seit 2015  zum vereinseigenen Gerätebestand, die sich u. a. vorteilhaft bei der Pflege der seltenen Sandgrasnelke am Steilhang einer ehemaligen Kiesgrube einsetzen lässt. Dieser Steilhang wurde laut Wieland in den zurückliegenden Jahren immer wieder  mit geländegängigen Motorrädern befahren und dadurch die Sandgrasnelke in ihrem Bestand gefährdet. Auf Drängen des Vereins und der Gemeinde wurde nun durch den Pächter der Kiesgrube ein Schutzgeländer angebracht.

Wie stark die Witterung auch den Artenschutz beeinflusst, verdeutlichte der zweite Vorsitzende Dr. Volker Späth bei seinen Erläuterungen zu den Pflegemaßnahmen im Naturdenkmal Kampelsried. Die dort im Mittelpunkt stehende Schmetterlings-Wirtspflanze Großer Wiesenknopf war demzufolge wegen der Trockenheit und Hitze im Juli schwachwachsend. Entsprechend konnten nur 6 Exemplare des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings gezählt werden, während in den zurückliegenden Jahren bis zu 25 Exemplare festgestellt werden konnten.

Die zahlreichen Maßnahmen des Vereins, die ein Arbeitsvolumen von rund 300 Arbeitsstunden umfassten und die teils auch von beauftragten Landschaftspflegeunternehmen durchgeführt wurden, wurden vom Landkreis Rastatt, dem Regierungspräsidium Karlsruhe und der Gemeinde Ötigheim gefördert. Bei der erstmals vom Land ermöglichten Förderung des Schnitts hochstämmiger Obstbäume  stellte der VUL einen Sammelantrag für insgesamt 349 Bäume.

Weitere Verwaltungskontakte ergaben sich seitens des Vereins im Zusammenhang mit Glyphosat-Einsatz in der Landwirtschaft, Umbruchsflächen im Gewann Bruch, Modellflugbetrieb im FFH-Gebiet, Obstbaumrodungen im Zuge der Flurneuordnung sowie einem möglichen Standort für Windenergieanlagen in Ötigheim.

In seinem Kassenbericht erläuterte Kassier Rolf Jenisch die Ein- und Ausgaben des Vereins. Kassenprüferin Elisabeth Vehring-Rößler sowie Kassenprüfer Bernhard Kunze bescheinigten dem Kassier eine einwandfreie Kassenführung und beantragten seine Entlastung, die einstimmig erfolgte. Die anschließende Entlastung der Vorstandschaft sowie deren Neuwahl leitete Rüdiger Braun. Danach wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder August Wieland (1. Vorsitzender), Dr. Volker Späth (2. Vorsitzender), Rolf Jenisch (Kassier), Eckart Naab (Schriftführer) und Christian Gehri (Beisitzer) in ihren Ämtern bestätigt. Peter Kühn verzichtete als bisheriger weiterer Beisitzer auf eine erneute Kandidatur. Für ihn wurde Marcus Rimpel in die Vorstandschaft gewählt. Neuwahlen gab es auch für die Kassenprüfer/in: Elisabeth Vehring-Rößler wird weiterhin die Kasse prüfen, während Bernhard Kunze nach langjähriger Tätigkeit auf eigenen Wunsch auf eine Wiederwahl verzichtete. Dafür wurde Hans Weingärtner als weiterer Kassenprüfer gewählt.

Bei der anschließend beschlossenen Satzungsergänzung wurde die Verwendung der Vereinsmittel präzisiert.

Schließlich stand die Ehrung langjähriger Mitglieder an. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Marita Krebs-Haitz, Monika Rapp, Reinhold Rapp, Edith Glatt, Rolf Glatt, Ingrid Speck, Jürgen Speck und Siegrun Frank. Ein besonderer Dank erging an Peter Kühn für seine dreijährige Vorstandstätigkeit sowie an Bernhard Kunze, der 27 Jahre die Kasse des Vereins prüfte und stets mit einer kleinen Laudatio die Entlastung  der Vorstandschaft beantragte.

Im Anschluss zeigte Anja Kühn vom Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz in Bühl (ILN) einen Vortrag über die seltenen Pflanzenarten an den Hochwasserdämmen zwischen Hügelsheim und Plittersdorf. Hier wachsen wertvolle Orchideenarten wie das Helmknabenkraut, die Pyramidenorchis oder die Hummelragwurz. Anja Kühn erläuterte die unterschiedliche Vegetation und die Abhängigkeiten von der Pflege der Hochwasserdämme. Mit praktischen Hinweisen für die Ansprache und das Erkennen  der typischen Pflanzenarten von Magerwiesen und Magerrasen oder Fettwiesen wurden die Zuhörer aufgefordert, in diesem Jahr mal draußen im Gelände Pflanzen zu bestimmen und die natürliche Pflanzenvielfalt der Hochwasserdämme bei einer Exkursion zu erleben.

 

Foto-Untertitel: Edith Glatt, August Wieland, Monika Rapp, Reinhold Rapp, Dr. Volker Späth, Rolf Glatt, Bernhard Kunze

 

Pressebericht der BNN vom 12.04.2016 hier

 

Einladung zur Mitgliederversammlung am 8. April 2016

                                                                                                                        

Liebe Vereinsmitglieder,

hiermit laden wir Euch herzlich zu unserer Mitgliederversammlung ein.

 

Termin:      Freitag, 8. April 2016

Ort:             Gaststätte „Krone“ Kronenstr. 41, Ötigheim

Beginn       19:30 Uhr

 

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

  1. Totengedenken

  2. Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden (August Wieland)

  3. Bericht des Kassiers (Rolf Jenisch)

  4. Bericht der Kassenprüfer (Bernhard Kunze, Elisabeth Vehring-Rößler)

  5. Entlastung der Vorstandschaft

  6. Wahl der Vorstandschaft

  7. Wahl der Kassenprüfer

  8. Antrag auf Satzungsänderung, siehe Anlage

  9. Weitere Anträge und Vorschläge

  10. Ausblick und Verschiedenes

  11. Ehrungen

  12. Verabschiedungen

Anträge zur Tagesordnung sind bitte bis zum 1. April an den 1. Vorsitzenden, August Wieland, Hildastr. 27, 76470 Ötigheim, zu senden.

 

Im Anschluss an die Vereinsregularien wird Anja Kühn vom Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz in Bühl den Vortrag

Blühende Bollwerke – Vegetation der Hochwasserdeiche“

halten.

 

 

Anlage: TOP 8. Antrag auf Satzungsänderung

 

TOP 8. Antrag auf Satzungsänderung

       Nach der letzten Satzungsänderung bei der Mitgliederversammlung vom 22.03.2013 verlangte das Finanzamt die Satzung an die Mustersatzung anzupassen, und zwar konkret § 5 (1) – (3)“ Aufbringung und Verwendung der Finanzmittel“ sowie § 9 (2) “Vermögensverwendung bei Auflösung“. Des Weiteren wurde gebeten, den Zweck “Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege“ (§2 (1)) zu überdenken. Letztlich soll ein Schreibfehler in § 7 (3) berichtigt werden.

Die Vorstandschaft stellt damit den Antrag die o.g. Paragraphen wie folgt zu ändern
(neu = rot und unterstrichen, entfallend = rot und durchgestrichen)

          § 2    Zweck des Vereins und seine Gemeinnützigkeit

(1)  Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung und zwar die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, des Naturschutzes, des Umweltschutzes und der Landschaftspflege, einschließlich der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in diesen Bereichen.

 

§ 5    Aufbringung und Verwendung der Finanzmittel

(1) Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwe-cke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet wer-den. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden.

(2) Die Vereinsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Sie haben Anspruch auf Aufwen-dungsersatz (§ 670 BGB). Die Zahlung einer Vergütung aus Mitteln des Vereins ist ausgeschlossen. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins.

          § 7    Der Vorstand

(3) Vorstand im Sinne des § 26 BGB ist der 1. Vorsitzende und der 2. Vorsitzende. Jedes der beiden Vorstandsmitglieder ist alleine vertretungsberechtigt. Der 1. und der 2. Vorsitzende können auch Aufngaben delegieren.

          § 9    Vermögensverwendung bei Auflösung

(2)  Bei Aufhebung oder Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an die Gemeinde Ötigheim, die es seines bisherigen Zweckes entscheidet die Mitgliederversammlung über die Verwendung des Vereinsvermögens. Es ist nach Begleichung sämtlicher Schulden unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes zu verwenden hat.

 

 

Obstbaumschnitt

An den letzten beiden Wochenenden haben unsere Aktiven 70 hochstämmige Obstbäume auf gemeindeeigenen Streuobstwiesen geschnitten und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstkultur geleistet. Allen Beteiligten hierfür ein herzliches Dankeschön.

 

 

 

 

Samstag, 20.02.2016: Landschaftspflegetag in Ötigheim

Am Samstag, 20.02.2016 veranstaltet die Gemeinde, unterstützt vom VUL und dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Landkreis Rastatt e.V., einen öffentlichen Landschaftspflegetag in Ötigheim.

Nordwestlich von Ötigheim liegt ein Teil des FFH-Gebietes “Rheinniederungen zwischen Wintersdorf und Karlsruhe“. Dort befindet sich in einer Senke ein als Biotop ausgewiesenes Seggenried. Ziel der Pflegeaktion ist es, unter der fachlichen Anleitung von LEV und VUL, dieses Biotop von der weiteren Verbuschung zu bewahren.

Am Aktionstag sollen Gehölze entfernt, die Flächen gemäht und das Mähgut sowie die Gehölze zum Abtransport aufgeladen werden. Darauf aufbauend wird in Zukunft eine bereits organisierte dauerhafte Pflege dieser Fläche dazu beitragen, dass dieser ökologisch wertvolle Biotopstandort mit den dort heimischen Tier- und Pflanzenarten als Bestandteil des Ötigheimer Natur-und Kulturraumes aufrechterhalten wird.

Dazu sind die Vereine, die Bevölkerung von Ötigheim und alle sonstigen Interessierten herzlich eingeladen, tatkräftig mit anzupacken. Wer mitmachen möchte, sollte – sofern vorhanden - Astschneider, Rechen, Gabeln usw. mitbringen. Wichtig ist geeignete Kleidung und festes Schuhwerk. Für das leibliche Wohl der Helfer wird gesorgt.

Treffpunkt ist um 9:00 Uhr an der Grillhütte in Ötigheim. Von dort aus werden wir uns auf wenige Autos verteilen und gemeinsam in Richtung Biotop fahren.

Um besser planen zu können, ist eine Anmeldung bei Diana Fritz vom LEV, Tel 07222 / 3 81 45 70, d.fritz-lev@landkreis-rastatt.de oder bei Eva Kühn, Gemeinde Ötigheim, Tel. 07222 91 97 15, eva.kuehn@oetigheim.de erforderlich.

Wir hoffen auf eine rege Beteiligung und freuen uns auf Ihr Kommen. Bei schlechtem Wetter wird der Pflegeeinsatz auf Samstag, 27.02.2016 verschoben.

 

 

Samstag, 23.01.2016: Obstbaumschnitt

Der erste Arbeitstermin ist dem Obstbaumschnitt gewidmet. Treffpunkt ist um 13:00 Uhr am Fitterer-Parkplatz (nicht 9 Uhr, wie letzte Woche fälschlicherweise angegeben) Bitte Baumscheren, Baumsägen und wenn möglich auch Baumleitern mitbringen. Weniger Sachkundige werden gerne unterwiesen und sind ebenfalls herzlich willkommen. Ein weiterer Termin für den Obstbaumschnitt ist für den 30. Januar vorgesehen.

 

Bei Frost oder Regen werden die Termine um eine Woche verschoben.

 

 

 

Einsatz für Natur und Landschaft in Ötigheim

2015 war für unsere Aktiven ein arbeitsreiches und auch ein besonders schweißtreibendes Jahr. Musste man sich beim winterlichen Baumschnitt noch warm anziehen, so war die sommerliche Wiesenmahd durch die ungewöhnlichen Hitzewellen kaum aushaltbar. Kennzeichen unserer landschaftspflegerischen Tätigkeiten, die vom Landkreis Rastatt und von der Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe gefördert werden, ist ihre Dauerhaftigkeit. Im Tiefgestade werden beispielsweise schon seit vielen Jahren im Auftrag des Vereins zwei Hektar Wiesen zur Heugewinnung gemäht. Einige dieser Wiesen waren früher Maisäcker und danach durch ihren Nährstoffreichtum und die Bodenverdichtungen als Wiesen arm an Gräsern und Blumen. Erfreulicherweise steigt seit einigen Jahren dank des kontinuierlichen Nährstoffentzugs durch das Heuen die Artenvielfalt dieser Wiesen. Auch die oberstrom vom Badplatz gelegene Federbachwiese war in diesem Jahr wiederum etwas blumenreicher und wies auch den Großen Wiesenknopf auf. Hier hat sich auch die Rücknahme der Gehölze im Winter und damit der Beschattung günstig ausgewirkt.

Bei der Streuobstwiesenpflege kam erstmals der letztes Jahr erworbene Kompakttraktor mit Mulchgerät zum Einsatz, was sich als wesentliche Arbeitserleichterung gegenüber dem Arbeiten mit dem früheren Motormäher erwies. Auch für den Boden werden sich langfristig Vorteile ergeben, da das Mulchgut wesentlich schneller verrottet als langstieliges Mähgut.

 

Streuobstwiesenpflege mit Kompakttraktor und Mulchgerät

 

Seit vielen Jahren pflegt der Verein das einzigartige Vorkommen der Sandgrasnelke an einer Böschung der Trockenkiesgrube im Hirschgrund. Trotz eines Hinweisschildes des Vereins wird diese Böschung immer wieder mit Geländemotorrädern befahren. Dieses Jahr nahmen diese Umtriebe dermaßen zu, dass die Pflanze in ihrem Bestand gefährdet ist. Selbst eine Strafanzeige hat bisher keine Abhilfe gezeitigt. Die Gemeinde ist nun dabei, durch Bau einer Absperrung den unerlaubten Zutritt zur Kiesgrube zu verhindern.

Viele Arbeitsstunden wurden für die Offenhaltung von Feuchtgebieten im Tiefgestade aufgewandt: In Schluten und alten Federbachrinnen im Naturschutzgebiet "Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim" wurden Gehölze zurück geschnitten und aufkommende Goldrutenfluren gemäht und abgeräumt. Im Schwarzen Loch, im Gewann Röder und am Haftgraben wurden bestehende Amphibienteiche offen gehalten und aufkommende Erlen entfernt. So wurden im Jahr 2014 zurück geschnittenen Erlen durch eine Nachpflege mit Entfernen der Stockausschläge zurück genommen. Im Mai konnten hier zahlreiche Grünfrösche beim Sonnen auf dem Uferstreifen beobachtet werden.

 

Wiesenpflege im Gewann “Im Schwarzen Loch“

 

In Zusammenarbeit mit einem Landwirt konnte im Gewann Kampelsried eine artenreiche Feuchtwiese Anfang Juni termingerecht geheut werden. Am 27. Juli konnten 6 Exemplare des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) festgestellt werden. Der Große Wiesenknopf kam fast auf der gesamten Wiesenfläche regelmäßig vor, war aber aufgrund der Trockenheit und Hitze im Juli wiederum etwas wuchsschwach. Weiterhin erfolgte der Rückschnitt der Erlenjungwüchse am Biotopteich mit Aufnahme und Entsorgung auf dem Kompostplatz.

Mit dem Aufruf „Kein Herbizid auf Grünstreifen und Wiesen“ wanden wir uns im Frühjahr an die Presse, um darauf hinzuweisen, dass auf der Ötigheimer Gemarkung chemische Pflanzenvernichtungsmittel unsachgemäß eingesetzt werden. Diese Herbizide enthalten den Wirkstoff Glyphosat, der von der Krebsforschungsagentur der Vereinten Nationen (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend“, der zweithöchsten Gefährdungsklasse, eingestuft wird.

 

 

Pflege der Sandgrasnelke

Bei einem 3-stündigen Einsatz wurde am letzten Samstag der Standort der Sandgrasnelke im Gewann Hirschgrund von Gehölzschösslingen und dem stark verbreiteten Greiskraut befreit. Den fleißigen Akteuren ein herzliches Dankeschön.

 

 

Chemie und ihre Folgen in der Landwirtschaft

Die Weltgesundheitsbehörde WHO hat im März 2015 das weltweit in Massen angewandte Herbizide Glyphosat in die zweithöchste Gefahrengruppe der “wahrscheinlich krebserregende Stoffe“ eingestuft und eine jüngst im Auftrag der Grünen durchgeführte Studie wies Glyphosatkonzentrationen in Muttermilch nach, die über dem Grenzwert für Trinkwasser lagen.

Auch in Ötigheim wird auf den bewirtschafteten Ackerflächen sehr häufig Glyphosat eingesetzt. Man erkennt die im Frühjahr abgespritzten Felder daran, dass sie flächig gelb sind. Oftmals werden sogar Ackerränder und Grünlandbereiche abgespritzt, was verboten ist.

Wir wollen deshalb hier in mehreren Folgen über die Problematik des Chemieeinsatzes in der Landwirtschaft berichten. Die Informationen sind entnommen einem Bericht von Gabriele Goettle in der TAZ vom 29. Juni 2015. Frau Goettle besuchte die Toxikologin Dr. Anita Schwaier.

Zustandsbeschreibung

Die bäuerliche Landwirtschaft wurde in den vergangenen 50 Jahren mehr und mehr verdrängt und zuletzt durch eine rigorose Agrarpolitik aus Brüssel und die damit verbundene Orientierung am Weltmarkt geradezu liquidiert. Das Ergebnis ist eine Agrarindustrie mit standardisierter Produktion, die mit Rationalisierungsmethoden der Natur zu Leibe rückt, um ihr das Äußerste an Ertragssteigerung abzupressen. Sei es nun durch Züchtung einer „Turbo-Kuh“ oder in der industriellen Landwirtschaft durch die Verwendung von Pestiziden und Herbiziden. Durch massive Stickstoffeinträge in die Böden und durch immer mehr und größere Massentierhaltungen und dem damit verbundenen Großeinsatz von Tierarzneimitteln erreicht die Agrarindustrie zwar ihre Zielvorgaben, ruiniert aber auf Dauer bedenkenlos ihre eigenen Grundlagen und die Gesundheit der Bevölkerung.

Jahr für Jahr verspritzen deutsche Landwirte 40 000 Tonnen Pestizide auf ihre verödeten Felder, zerstören die Artenvielfalt, vergiften Böden und Wasser. Die sechs größten Pestizidhersteller der Welt, BASF, Bayer, Dow Chemical, Monsanto, Dupont und Syngenta, sind zu 70 Prozent für die Folgen der weltweiten Pestizideinsätze verantwortlich.

Beispiel Agent Orange

Pestizide ist ein Oberbegriff für chemische Substanzen, die man vor allem in der Landwirtschaft zur Bekämpfung pflanzlicher und tierischer Schadorganismen einsetzt. Frau Schwaier kritisiert die Untersuchung der Wirkstoffe als unzureichend, da im Labor immer nur die 100 Prozent reine Substanz auf ihre Unschädlichkeit hin getestet werde. Der zugelassene und patentierte Wirkstoff enthält somit keinerlei Verunreinigungen. Bei der Herstellung jedoch erreiche man im besten Falle einen Reinheitsgrad von 95 Prozent. Das Problem: Durch die Verunreinigungen kann der Wirkstoff hochtoxisch sein, wie zum Beispiel bei dem Entlaubungsmittel Agent Orange, das für den militärischen Einsatz im Vietnamkrieg Mitte der 1960er Jahre produziert wurde. Es war verunreinigt mit toxischen Stoffen, unter anderem mit Dioxin. 45 Millionen Liter von diesem Herbizid wurden, sozusagen als Kampfstoff, mit Flugzeugen über Wälder und Reisfelder versprüht, um dem Vietkong Versteck und Nahrung zu nehmen. Getroffen wurde aber massiv die Bevölkerung, durch Krankheit, Hunger und schwere Missbildungen bei Neugeborenen. Noch heute, 40 Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges, leiden Millionen von Vietnamesen unter den Spätfolgen von Agent Orange. Eine angemessene Entschädigung wurde den Opfern bis heute weder vom Auftraggeber, den USA, noch von den beteiligten Chemiekonzernen gezahlt.

Glyphosat

Glyphosat, historisch gesehen ein Nachfolger, wurde Mitte der 1970er Jahre vom US-Konzern Monsanto auf den Markt gebracht, es ist inzwischen der weltweit gebräuchlichste Inhaltsstoff von Unkrautvernichtungsmitteln. Es handelt sich um ein sogenanntes Totalherbizid, das wirklich alle Pflanzen niedermacht. Es geht in die einzelnen Zellen hinein, hemmt dann deren Vermehrung und auch die Chlorophyllbildung, so dass die Pflanze keine Energie mehr gewinnen kann und abstirbt. Glyphosat war 20 Jahre lang patentiert („Roundup“), und seit der Patentschutz abgelaufen ist, wird Glyphosat – mit unterschiedlichen Beimengungen in einer Vielzahl von Präparaten für Garten, Landschaftsbau und vor allem in der Landwirtschaft verwendet. Diese Mittel sind dann eben billiger, als das ursprüngliche Präparat, Roundup, von Monsanto.

Es wurde immer bestritten, dass Glyphosat krebserregend ist. Erst im März 2015 hat die IARC, die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO, es in die zweithöchste Gefahrengruppe der “wahrscheinlich krebserregenden Stoffe“ eingestuft. Die Hersteller kritisieren das als unwissenschaftlich. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin hat die Einschätzung zurückgewiesen, was bedenklich ist. Es ist maßgeblich beteiligt an der Wiederzulassung von Glyphosat in der EU, die Ende 2015 abläuft.

Gefährlichkeit der Pestizide

Der Pestizidverbrauch wuchs laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in den letzten 20 Jahren um 51 Prozent. Im Einsatz sind bei uns derzeit etwa 400 verschiedenen Wirkstoffe. Das hat zahlreiche schädigende Folgen. Viele davon sind beispielsweise hormonell wirksam. Das führt zu einer Verweiblichung männlicher Kleintiere oder auch zur Vermännlichung. Auch beim Menschen kann die Geschlechtsspezifik beeinträchtigt werden. Die stärksten Auswirkungen der Pestizide kennt man aus Ländern wie den USA und Argentinien, wo sie mit dem Flugzeug ausgebracht werden und dadurch auch in die Siedlungsbereiche von Menschen geweht werden. In Argentinien beispielsweise, wo Roundup massenweise zum Einsatz kommt, stiegen nicht nur die Krebsraten signifikant an. Die Mittel wirken auch keimschädigend, haben embryotoxische Effekte und sorgen für Kindesmissbildungen. Das ist für die Eltern eine ungeheure Belastung, psychisch, physisch und natürlich auch materiell, denn die agrochemischen Firmen streiten prinzipiell jedes Verschulden ab.

Eines der Probleme bei den Pestiziden sind neben den Verunreinigungen die Zusatzstoffe des jeweiligen Präparats. Dies sind zum Beispiel Tenside wie Pril, die die Oberfläche anlösen, so dass der Wirkstoff besser eindringt. Das klingt harmlos, da Tenside nicht toxisch sind, aber in Verbindung mit Giftstoffen haben sie einen verstärkenden Effekt. Gefährlich wird es, wenn man die Substanz einatmet. Durch die Tenside wird die Aufnahme über die Lunge sehr stark erleichtert. Es gibt eine, von der WHO initiierte, Metastudie zur additiven Wirkung dieser Stoffe. Demnach addieren sich nicht nur die schädlichen, sondern auch die genetischen Veränderungen der Einzelsubstanzen. Teilweise potenzieren sie sich. Dies zu wissen ist sehr wichtig, denn es wird überhaupt nicht berücksichtigt bei der Genehmigung von Pestiziden! Jede einzelne Substanz wird für sich betrachtet, für sich genehmigt, für sich geprüft, und zwar an gesunden Tieren. Das Präparat selbst, in dem dieses ganze Bouquet von Zusatzstoffen enthalten ist, wird nur daraufhin geprüft, ob die Einzelsubstanzen zugelassen sind.

Warnhinweise und Anwendungsvorschriften

Bei einigen Präparaten stehen dann noch Warnhinweise drauf wie: Darf nicht in die Kanalisation und nicht in die Oberflächengewässer gelangen, nicht in Kontakt mit Augen, Haut, und Atemwege. Die Atemschutzvorschrift ist erst relativ spät dazugekommen. Es gibt Anwendungsvorschriften: Abdrift mindernde Techniken sind einzusetzen. Unter Abdrift versteht man den Teil der Spritzbrühe, der nicht im sogenannten Zielgebiet landet, sondern in Arealen daneben. Es gibt Vorgaben für die Anwendung, unter anderem was die Windgeschwindigkeit beim Spritzen betrifft, die Geschwindigkeit des Traktors, die Abstände zum Feldrand und zu Gewässern. der soll mindestens fünf Meter betragen, was lächerlich ist. Jeder Regen spült das rein. Die Bedingungen der Abdrift wurden lediglich experimentell untersucht. Die ganze Spritzaktivität, inklusive Einkauf darf zwar nur noch von geschultem Personal mit Spritzschein durchgeführt werden, das bedeutet aber zugleich, dass diese Leute Termine  einhalten müssen, Acker A am Montag, Acker B am Dienstag usw. Und wenn dann der Wind anfängt zu wehen, dann ist das Pech, da spritzen sie dann trotzdem weiter, denn sie müssen ihr Pensum erfüllen. Er kann den Zeitpunkt nicht groß verschieben, denn es muss vielleicht genau in einem bestimmten Blattstadium gespritzt werden. Es gibt ein sogenanntes Pflanzenschutzmanagement, das bedeutet, dass man die Mittel, die man verwendet, um den Acker clean zu bekommen, immer wieder wechselt. Damit will man vermeiden, dass die Unkräuter resistent werden, wie es in Amerika massiv der Fall ist. Während wir hier noch normales, unverändertes Saatgut verwenden, wird in den USA rund die Hälfte der genetisch veränderten Pflanzen weltweit angebaut. Diese sind resistent gegen Glyphosat, so dass auch in der Wachstumsphase hohe Dosierungen gegen die Unkräuter verspritzt werden können, ohne dass die Nutzpflanze geschädigt wird. Das freut natürlich die Konzerne. Saatgut und Glyphosat sind in einer Hand.

Resistenzen, Schädlinge und ihre Gegenspieler

Resistenzbildungen haben aber auch wir hier, sie sind eine zwangsläufige Entwicklung, weil es immer am Rand des Ackers Bereiche gibt, wo weniger draufkommt und dort bilden sich Resistenzen. Eine andere Strategie, um Resistenzen zu verhindern, ist, dass man gleich mehrere Mittel auf einmal spritzt. Aber diese Addition hat natürlich zur Folge, dass auch die Belastung des Bodens, der Bodenlebewesen und allem, was sonst noch davon abkriegt, verstärkt wird. Die einzelnen Pflanzenschutzmittel haben eine unterschiedliche Wirksamkeit, das sind biochemisch knifflige Vorgänge. Manche, wie Glyphosat, wirken über die Blattoberflächen, andere über die Wurzeln, dann gibt es neben den Herbiziden noch Wirkstoffe gegen Pilze, Insekten, Nagetiere, eben alles, was die Pflanze angreift.

Nun ist es in der Natur aber so, dass es immer Gegenspieler gibt. Schädlinge vermehren sich sehr selten vollkommen unbehelligt auf Kosten ihres Wirtes. Wenn die Natur sich selbst überlassen bleibt, entwickeln sich neben den Schädlingen ebenso Organismen, die den Schädling bekämpfen. Wobei zu fragen ist, was ist ein Schädling, was ist ein Nützling?

Nach allgemeiner Auffassung ist ein Schädling all das, was nicht die Nutzpflanze ist, ob Tier  oder Unkraut. Auch harmlose Kornblumen, Klatschmohn, Wild- und Heilkräuter wie Kamille und Frauenmantel fallen beim Spritzen unter die Schädlinge. Aber dieser Nützlichkeitsgedanke passt nicht in die Biologie. Das Wechselspiel zwischen Schädlingen und Gegenspieler führt normalerweise zu einem gewissen Gleichgewicht. Aber wenn jetzt einer der Schädlinge bekämpft wird, dann verschwinden mit ihm auch seine Gegenspieler, und das ist dann ein großes Problem, wenn sich Resistenzen bilden. Es gibt schon Schädlinge, die resistent sind gegen bestimmte Wirkstoffe, denen man nicht mehr Herr wird. Deshalb wollen jetzt in den USA und in Kanada eine Reihe von Landwirten keine Pestizide mehr verwenden. Manche stellen auf ökologische Landbau um, aber die haben es sehr schwer, denn abgesehen davon, dass sie verschuldet sind, müssen sie, wenn er Boden mal verdorben ist, mit einer Ernteverminderung über drei bis vier Jahre oder länger rechnen. In Deutschland wird in der konventionellen Landwirtschaft Glyphosat inzwischen auf rund vier Millionen Hektar Ackerfläche eingesetzt. Dazu kommt dann noch die künstlich Dünung, die den Boden betonhart macht. Die Phosphatlagerstätten gehen zur Neige, so dass inzwischen auch solche ausgebeutet wurden, die nicht sauber sind. Sie enthalten Uran, Cadmium oder andere toxische Substanzen.

Monokulturen

Ein Problem sind natürlich auch die Monokulturen, sie erfordern einen hohen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Die ehemals traditionelle Dreifelderwirtschaft wurde ja weitgehend aufgegeben. Ökobetriebe hingegen pflegen sogar eine Fünffelderwirtschaft, damit die Schädlinge keine großen Chancen zur Vermehrung haben. Ein Maiszünsler ist eben  nur auf Mais zu finden, nicht auf Weizen oder Roggen. Wenn fünf Jahre lang kein Mais angebaut wird, dann kann er sich nicht entwickeln. Und dazu komm, wenn man nicht künstlich düngt, dann braucht man Lupinen oder andere Hülsenfrüchte, die mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren langen Wurzeln den Stickstoff aus der Luft binden – immerhin bis zu 100 Kilogramm pro Hektar. Die Pestizide übrigens, töten oder hemmen möglicherweise die Knöllchenbakterien, so dass es bei einem Wechsel zu pestizidfreier Landwirtschaft passieren kann, dass die Stickstoffzufuhr nicht mehr funktioniert. Der Boden ist eben nicht ein Substrat, auf dem in Monokultur Pflanzen wachsen, sondern er ist etwas sehr Lebendiges! So eine Handvoll Ackerboden beherbergt im Normalfall zig Milliarden von Lebewesen. Spinnen Bakterien, Würmer, Rädertierchen, alle möglichen Kleinlebewesen. Der Humus ist in der Lage, Organisches, das in den Boden gelangt – die ganze Fülle verschiedener Substanzen – Hormone, Proteine, Zelluloseverbindungen usw. – abzubauen. Und was wir unten haben, ist sauberes Trinkwasser. Das ist alles ein symbiotischer Vorgang, ein Kreislauf, der durch Pestizid- und Düngereinsatz weitgehend zerstört wird. Wenn Pestizide auf den Erdboden treffen, werden sie in sehr hohem Maße von der Erdkruste absorbiert, welche aus unvorstellbaren vielen Partikeln besteht. Bestimmte Substanzen, z. B. Phosphat bei der Phosphatdüngung, bewirken, dass die Pestizide mobilisiert werden und wiederum in Lösung gehen. Dadurch kommen sie eines Tages in unserem Trinkwasser an, wo sie nur mit einem sehr aufwändigen Prozess entfernt werden können. Danach wäre Trinkwasser unbezahlbar. In einer neuen, noch unveröffentlichten Studie des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, wurden an 45 Prozent der Grundwassermessstellen in Niedersachsen Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. An zehn Messstellen wurden sogar Grenzwerte für Wirkstoffe überschritten. Besonders häufig tauchte bei den Proben der Wirkstoff Bentazon auf, der in Unkrautvernichtungsmitteln vorkommt.

Sikkation und weitere Methoden

Bis zum Jahr 2014 durfte Getreide noch kurz vor der Ernte mit Glyphosat gespritzt werden und zwar zur Steuerung des Erntetermins. Das nennt man Sikkation. Sozusagen durch Abtötung und Trocknung wurden Reife und Ernte der Pflanze beschleunigt und zudem das Rausdreschen enorm erleichtert. Das war dann natürlich im Getreide drin und nachher auch im Brot. Es ist jetzt verboten, aber schon wieder mal mit Ausnahmen. Eine Anwendung zur Sikkation ist demnach noch dort erlaubt, wo das Getreide ungleichmäßig gereift ist oder nach einem Unwetter am Boden liegt. Jeder schlaue Bauer kann sagen, ja diese Ausnahme liegt bei mir vor. Kontrollen finden nicht statt. Eine weitere Einsparung an Arbeit und Kosten gibt es durch die sogenannte pfluglose Bodenbearbeitung. Durch die pfluglose Bodenbearbeitung mit Glyphosat vor der Aussaat erspart sich der Bauer die mechanischen Arbeiten. Er muss nicht mehr pflügen, er mulcht. Und weil das ideale Keimbedingungen für das Unkraut schafft, spritzt man eben alles sauber mit Glyphosat. Das nennt sich saubere Saatbettzubereitung. Eine dritte Methode zur Optimierung von Arbeit und Ernte ist die Wuchshemmung. Verwendet werden sogenannte Halmverkürzer wie Moddus von der Firma Syngenta. Sie zählen zu den Pestiziden und sind laut Hersteller unschädlich. Ihre Wirkungsweise besteht darin, dass sie das Halm-Streckenwachstum hemmen. Die Bauern nennen es kurzspritzen. Da das Stroh in Zeiten von Spaltböden als Einstreu nicht mehr gebraucht wird, nur Pferde bekommen noch Einstreu, kann man weitgehend darauf verzichten. Früher waren Getreidehalme etwa 1,20 Meter lang. Durch Halmverkürzer lassen sie sich um die Hälfte oder sogar mehr kürzen. Das Getreide steht stabiler, lässt sich besser mit dem Mähdrescher ernten und es bleiben weniger Rückstände die eingearbeitet werden müssen.

Fazit

Die Entwicklung, die sich im Moment unübersehbar abspielt, ist geprägt durch eine erhöhte Sensibilität des gesamten Ökosystems gegenüber den Zumutungen der Industriestaaten. Katastrophen häufen sich – von atomaren Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima hier einmal ganz abgesehen – Gegenmaßnahmen werden immer teurer und werden in die Zukunft verschleppt. Die Probleme sind bekannt, seit langem schon. Das Drama spielt sich vor aller Augen ab. Man kann es auch im Kleinen sehen. Weshalb sterben die Lerchen? Das sind Bodenbrüter, die vorwiegend von Insekten leben und die finden nichts mehr zum Fressen. Genauso wie die Schwalben, die nichts mehr finden, um ihre Jungen zu füttern. Und so geht es immer weiter und schraubt sich in die Höhe, bis es eines Tages fraglich ist – selbst wenn man plötzlich aufhören würde – ob und in welcher Zeit sich das alles wieder aufbauen könnte. Es ist ein so massives Artensterben im Gange, dass Arten wahrscheinlich bald schon nicht mehr in der Diversität neu entstehen können – jedenfalls nicht in der Zeit, in der es den Menschen noch gibt. Das Einzige, wie wir aus diesem Desaster herauskommen können, ist diese Geschäftemacherei auf Kosten der Gesundheit von Menschen, von Tieren und der gesamten Biosphäre schnellstens zu beenden und zu ersetzen durch eine lebensfreundliche und schonende Bewirtschaftung unserer Erde. Notwendig ist die Anwendung erneuerbarer Energie ebenso wie eine vollständige Umstellung auf ökologische Landwirtschaft. Das ist unabdingbar! Wir müssen zusammenarbeiten mit der Natur und nicht gegen die Natur.

 

Kurz & Gut

 

Eine in ganz Deutschland bisher nie nachgewiesenen Tierart ist Forschern des Naturkundemuseums Karlsruhe ins Netz gegangen: das Purpurweiden-Jungfernkind (Boudinotiana toutanginii), ein tagaktiver Falter aus der Familie der Spanner. Der Schmetterling ist vermutlich seit Jahrtausenden in den Stromtalauen der südlichen Oberrheinebene heimisch. Weil die Art ganz kurz im zeitigen Frühjahr als Falter auftritt, ist sie bisher offenbar übersehen worden.

 

Anfang 2015 hat die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit den Grenzwert für Bisphenol A um mehr als das Zehnfache verschärft, denn neue Studien haben gezeigt, was der BUND schon lange sagt: der Stoff ist gefährlich. Bisphenol A steht als hormonell wirksame Chemikalie im Verdacht, unsere Gesundheit zu schädigen. Sie ist in vielen Alltagsprodukten wie Lebensmittelverpackungen und Kassenbons enthalten. Auch Konservendosen sind innen mit Bisphenol A beschichtet.

 

Der vielfach kritisierte Vorschlag der EU-Kommission für eine neue Saatgutverordnung ist endgültig vom Tisch. Diese bedrohte die traditionelle bäuerliche Saatgutgewinnung und damit die Vielfalt an Gemüse, Getreide und Obst in Europa. Zwar hatte das scheidende EU-Parlament sie schon im März 2014 mit breiter Mehrheit zurückgewiesen, doch erst jetzt zog die Kommission den Gesetzentwurf formal zurück. Allein in Österreich hatten rund 500 000 Menschen eine Petition des BUND-Partners „Global 2000“ gegen die Verordnung unterzeichnet. Der Protest hat sich ausgezahlt.

 

Bußgeld bis zu 50 000 Euro – Einsatz von Pestiziden und Herbiziden auf Bürgersteigen, Gehwegen, Hofflächen streng verboten!

 

Wenn der Frühling kommt und damit auch das für viele so lästige Unkraut, sieht man sie wieder – die Menschen mit den Sprühfläschchen, Pülverchen und Spritzgerätschaften. Mit allen Mitteln wird dem vermeindlichen “grünen Feind” der Garaus gemacht. Oftmals sogar ohne Rücksicht auf die eigenen Kinder. Denn all diese Mittel werden durch Wind, Schuhe und Kleidung wieder in die eigenen vier Wände getragen und bilden zusammen mit dem restlichen Hausstaub einen chemischen Cocktail, der es in sich hat. Auch Hunde, Katzen, Hasen oder Meerschweinchen die sich auf den behandelten Flächen aufhalten, nehmen diese Gifte auf und können schwer erkranken.

Was viele immer noch nicht wissen oder einfach ignorieren: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Bürgersteigen, Gehwegen, Hofflächen, Zufahrten oder ähnliches ist durch das Pflanzenschutzgesetz streng verboten. Dieses grundsätzliche Verbot gilt auch für Hausmittel wie zum Beispiel Essigreiniger oder Salzwasser. In dem Augenblick, in dem diese Hausmittel zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden, gelten sie als Pflanzenschutzmittel. Bei ungenehmigtem Einsatz solcher Mittel droht dem Verursacher ein Bußgeld bis zu 50 000 Euro

Das Umweltinstitut München warnt derzeit ausdrücklich vor dem Pflanzengift Roundup: „Der Umwelt zuliebe sollte man auf das aggressive Pflanzengift Roundup verzichten und den unerwünschten Wildwuchs besser auf natürliche Weise, durch Ausreißen entfernen.

Quelle: www.cleankids.de

 

Kein Herbizid auf Grünstreifen und Wiesen!
(23.04.2015)


Alle Jahre wieder werden auf der Ötigheimer Gemarkung Grünstreifen, Wegränder und Teile von an Ackerflächen grenzende Wiesen mit Herbizid, meist Glyphosat abgespritzt. Glyphosat, bekannt unter dem Handelsnamen Roundup, ist ein weltweit eingesetztes Breitbandherbizid und wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre in der konventionellen Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Allerdings dürfen Pflanzenschutzmittel nicht auf Grünstreifen, Ackerrainen und Grünlandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden.

Auf den Punkt gebracht: Der alljährliche überbordende Glyphosateinsatz ist ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz. Pflanzenschutzmittel dürfen demnach nur gegen Schaderreger in Kulturen angewandt werden. Grünland und Grünstreifen bestehen nicht aus Schaderregern.

Die Angelegenheit ist umso besorgniserregender, da die Internationale Krebsforschungsagentur der Vereinten Nationen - IARC - das Pflanzengift Anfang 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft hat, was der zweithöchsten Gefährdungsklasse entspricht.

 

Glyphosatanwendung auf Ackerfläche und Ackerrain an der B36 alt

Gutes tun ohne Mehrkosten

 

Beim Einkaufen im Internet kann man über das Onlineportal gooding.de dem VUL eine Spende zukommen lassen, ohne zusätzlich Mehrkosten zu haben. Es sind lediglich ein paar Klicks erforderlich.

Vorgehensweise:

1. www.gooding.de öffnen,

2. Verein wählen, den man unterstützen möchte (in Suchzeile VUL eingeben und auswählen),

3. Onlineshop auswählen, in dem man einkaufen will,

4. Start-Taste klicken und wie gewohnt einkaufen.

Ein Teil des Einkaufwertes, i.d.R. 3-5%, geht anschließend an den ausgewählten Verein.

Hinweis: Die Schritte 2 und 3 können in der Reihenfolge auch getauscht werden.

Und nun viel Spaß beim Einkaufen.

 

Mitgliederversammlung am 13. März 2015

 

In der gut besuchten Mitgliederversammlung des VUL berichtete der erste Vorsitzende August Wieland in seinem mit zahlreichen Fotos illustrierten Geschäftsbericht von den vielfältigen Tätigkeiten des Vereins im Jahr 2014.

Über 300 Arbeitsstunden leisteten die Aktiven in der Biotop- und Landschaftspflege, bei der der Erhalt von blumenreichen Mäh- und Streuobstwiesen ein Schwerpunkt bildete. Der VUL wird hierbei vor allem durch Fördermittel des Landkreises Rastatt und des Regierungspräsidiums Karlsruhe unterstützt. Auf der Hardt pflegt der VUL zahlreiche Streuobstparzellen. Hier wird die Arbeit aber zunehmend durch radikal ablaufende Veränderungen und Flächenverluste durch Industrieflächen, Tunnelbaustelle und Eigentümerwechsel erschwert. Dennoch will der VUL daran festhalten, da gepflegte Obstbaumwiesen auch zur Freude und Erholung des Menschen sind, dies zeigten eindrucksvoll viele Fotos von prächtig blühenden Obstbäumen.

Im Tiefgestade standen im Jahr 2014 Gehölzarbeiten an Amphibiengewässern, Zurückdrängen von Goldruten und Gehölzsämlingen auf schwer zugänglichen Arealen des Naturschutzgebiets „Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim“ sowie die Wiesenpflege im Mittelpunkt. Im Naturdenkmal Kampelsried orientiert der Verein seine Wiesenpflege nach den Erfordernissen des Großen Wiesenknopfs, im Volksmund auch Blutströpfle genannt. Dieser ist Wirtspflanze des seltenen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, der hier mit bis zu 25 Exemplaren vorkommt. Aber für den Erfolg in der der Naturschutzarbeit ist auch das Wetter von zentraler Bedeutung. Darauf verwies der zweite Vorsitzende Volker Späth, der gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Trockenheit im Juni 2014 von einer abnehmenden Falteranzahl berichtete.

Kassier Rolf Jenisch präsentierte in seinem Kassenbericht das Zahlenwerk zu 2014. Dabei war die Anschaffung eines Traktors mit Mulchgerät als Ersatz des 22 Jahre alten Motormähers der dominante Ausgabenposten. Kassenprüferin Elisabeth Vehring-Rößler und Kassenprüfer Bernhard Kunze bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung. Letzterer würdigte in einer kurzen Laudatio die Arbeit der Vorstandschaft und beantragte deren Entlastung, die einstimmig erfolgte.

In Folge größerer Anschaffungen wie der Vereinsgarage im Jahr 2012 sowie des Mähgerätes in 2014 und höherer Aufwendungen in der Landschaftspflege, beantragte die Vorstandschaft eine moderate Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Nach dem einstimmigen Votum der Versammlung betragen diese nun 12 Euro für Einzelpersonen und 18 Euro für Partnerschaften und Familien.

Als Höhepunkt innerhalb der Vereinsregularien erfolgte die Ehrung folgender Mitglieder, die dem Verein seit 25 Jahren treu verbunden sind:

Christoph Dettling, Waltraud und Werner Dettling, Josef Gressel, Monika und Udo Güntert, Klaus Heck, Betina Kalkbrenner, Ilona und Kurt Kinz, Gabriele und Wolfgang Kühn, Frieda Tritsch, Hildegard Wieland, Martin Wieland, Verena Wieland und Jürgen Wolf.

Geehrte sowie Vorstandsmitglieder (von links): August Wieland, Martin Wieland, Waltraud Dettling, Josef Gressel, Hildegard Wieland, Wolfgang Kühn, Gabriele Kühn, Christoph Dettling, Rolf Jenisch

 

Im Anschluss an die Regularien erläuterten Thomas Knaisch und Walter Dutzi vom Büro Mailänder Consult in Karlsruhe die laufenden Artenschutzmaßnahmen im Bereich der Tunnelbaustelle. Hierbei wurde deutlich, dass es mittlerweile in Ötigheim keine Feldlerchen mehr gibt und man mit Ersatzmaßnahmen nach Bietigheim ausweichen musste. Wie wichtig eine umfassende ökologische Baubegleitung ist, wurde bei der anschließenden Diskussion deutlich, denn auch bei den Schutzgütern Boden und Wasser erfolgen Eingriffe in sensible Bereiche.

 

Neue Power für die Landschaftspflege

 

Vor einigen Tagen hat der VUL einen gebrauchten Traktor mit Mulchgerät erworben. Damit wollen wir insbesondere in der Streuobstwiesenpflege effektiver und rationeller sein.

Mit dieser Anschaffung sind wir bezüglich der finanziellen Belastbarkeit der Vereinskasse an die äußerste Grenze gegangen. Wir bitten daher alle die uns unterstützen wollen um eine Spende. Realisierbar ist dies wie oben beschrieben über www.gooding.de oder direkt mittels unserer Bankverbindung bei der VR Mittelbaden, IBAN: DE90665623000001110004

 

Anlieferung des VUL-Traktors

 

 

Umfangreiches Engagement in Natur- und Landschaftspflege 2014

 

In seiner Jahresbilanz kann der VUL Ötigheim auch im Jahr 2014 auf ein umfangreiches Engagement für die Erhaltung und Pflege der Natur und Landschaft auf der Ötigheimer Gemarkung zurück blicken. Mit der Förderung der Pflegearbeiten durch die Gemeinde Ötigheim, den Landkreis Rastatt und das Regierungspräsidium Karlsruhe war es möglich die Anzahl der Pflegeflächen noch zu steigern. Insgesamt wurden auf 14 Einzelflächen im Tiefgestade und 9 auf Parzellen der Hardt  Pflegemaßnahmen durchgeführt.

Viele Arbeiten beziehen sich auf die Offenhaltung von Feuchtgebieten: In Schluten und alten Federbachrinnen im Naturschutzgebiet "Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim" wurden Gehölze zurück geschnitten und aufkommende Goldrutenfluren gemäht und abgeräumt. Im Schwarzen Loch, im Gewann Röder und am Haftgraben wurden bestehende Amphibienteiche offen gehalten und aufkommende Erlen entfernt. In Zusammenarbeit mit einem Landwirt konnte im Gewann Kampelsried eine artenreiche Feuchtwiese Anfang Juni termingerecht geheut werden, um im Juli und August dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) als Lebensraum zu dienen. Aufgrund der großen Trockenheit und der verzögerten Blüte des großen Wiesenknopfs wurden Ende Juli lediglich 7 Falter gezählt, im Vergleich zu 22 Schmetterlingen im Vorjahr.

 

Pflege am Haftgraben

 

Die Offenhaltung der Feuchtgebiete im Tiefgestade, so der Vorsitzende August Wieland, ist eine Herkulesaufgabe, da die tief liegenden Flächen nur mit Spezialgerät und viel Handarbeit zu pflegen sind. An vielen Stellen kommt die Landschaftspflege auch der landschaftsgebundenen Erholung zugute, da blumenreiche Wiesenstreifen am Federbach oder offene Schluten mit blühender Gelber Schwertlilie und Wasserdost nicht nur Schmetterlinge und Wildbienen "erfreuen", sondern auch die zahlreichen Spaziergänger und Radfahrer.

Die Freude über Natur und Landschaft in Ötigheim ist aber nicht ungetrübt, so Wieland, im Gegensatz zum Tiefgestade ist auf der Ötigheimer Hardt zwischen der Bahnlinie und der B3 die Landschaft im Umbruch. Nicht nur die großen Baustellen am Bahntunnel und am Industriegebiet an der B3 machen der Landschaft zu schaffen, sondern nach wie vor gehen viele alte Obstbäume mangels Pflege verloren. Der VUL pflegt hier 8 Parzellen mit 130 Bäumen sowie im Aufrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe das einzigartige Vorkommen der Sandgrasnelke an der Böschung der alten Trockenkiesgrube am Hirschgrund.

 

Streuobstwiesenpflege auf der Hardt

 

Pflege der Sandgrasnelke

 

Mit der Anschaffung eines gebrauchten Kompakttraktor und eines Mulchgerätes möchte der VUL vor allem die Pflege der Obstwiesen vereinfachen. "Auch im VUL, so der Vorsitzende, werden die aktiven Mitglieder immer älter, da muss man von Zeit zu Zeit mit guter Technik nachrüsten“.

 

Abendspaziergang am 23. Mai 2014 in der Klangkulisse von Amsel bis Zilpzalp

 

 

 

„Warum singen Vögel“, wollte Diplom-Biologe Martin Klatt von den Kindern wissen, die mit ihren Eltern oder Großeltern am Abendspaziergang des VUL Teilnahmen. Von drei angebotenen Antworten hatten die jungen Naturforscher sich rasch für die richtige entschieden: Vögel, und zwar nur die Männchen singen, um ihr Revier abzugrenzen und Weibchen anzulocken. Mit einem Augenzwinkern bestätigte Klatt deshalb den Ötigheimer Pädagogen einen guten Naturkundeunterricht.
Kaum hatten sich die 35 Vogelfreunde in Bewegung gesetzt, ertönte auch schon der markante Gesang des Buchfinken, laut Klatt ein absoluter „Muss-Vogel“, das heißt jeder der Teilnehmer muss ihn spätestens bis zum Ende des Spaziergangs sicher erkennen können. Scherzhaft heißt er auch „Weizenbier“, da sein Gesang durch den Satz „Bring mir bitte ein Glas Weizenbier“, gesprochen in entsprechendem Rhythmus und Tonfolge, wiedergegeben werden kann.

Auch für die melodisch aus dem Gebüsch flötende Mönchsgrasmücke hatte der Vogelkundler eine Eselsbrücke parat: Jeder kenne doch den Gesang einer Amsel, so Klatt. Man vergegenwärtige sich diesen, aber nur schneller vorgetragen, ähnlich einer Langspielplatte, die mit höherer Geschwindigkeit abgespielt werde. Mehrfach erklang aus hoher Baumkrone der leicht nachzuahmende Flötengesang des gelbschwarzen Pirols, der Nachahmungen mit einem Fauchen quittiert.

Die Abendsonne genießend, saß ein Laubsänger hoch oben auf dem kahlen Ast einer Pappel und sang sein namengebendes Zilpzalp. Klatt wies am Beispiel dieses Bodenbrüters darauf hin, wie wichtig es sei, gerade in der Fortpflanzungszeit strickt auf den Wegen zu bleiben, denn die unscheinbaren Nester der Bodenbrüter würden meist nicht erkannt und könnten somit leicht zertreten werden. Für alle Interessierten gibt es auf dem Markt ein Bestimmungsbuch zusammen mit einem MP3-Player, ein einfaches Scannen eines Symbols auf der richtigen Seite des Bestimmungsbuches und schon ertönt der dazu passende Vogelgesang. Auch zur Anwendung dieses TING-Stiftes hatte Klatt eine Bitte: Vögel erkennen in dem Retortengesang einen Rivalen und können sich bei zu häufiger Anwendung in der Revierverteidigung regelrecht „zu Tode singen“, also mächtig gestresst werden. Deshalb gelte es, die Gesangswiedergabe nur wenig und kurzzeitig einzusetzen.

Kuckuck, Zaunkönig, Singdrossel, Rotkehlchen und viele weitere Arten trugen an diesem Abend zu einer stimmungsvollen Klangkulisse im Ötigheimer Tiefgestade bei und Martin Klatt wusste noch so manche Vogel-Anekdote zu erzählen.

nen in dem Retortengesang einen Rivalen und können sich bei zu häufiger Anwendung in der Revierverteidigung regelrecht „zu Tode singen“, also mächtig gestresst werden. Deshalb gelte es, die Gesangswiedergabe nur wenig und kurzzeitig einzusetzen.

Kuckuck, Zaunkönig, Singdrossel, Rotkehlchen und viele weitere Arten trugen an diesem Abend zu einer stimmungsvollen Klangkulisse im Ötigheimer Tiefgestade bei und Martin Klatt wusste noch so manche Vogel-Anekdote zu erzählen.

Pressebericht hier

 

Mitgliederversammlung am Freitag, 4. April 2014:

Hoher Einsatz für den Erhalt der Landschaft

Mitgliederversammlung des VUL ehrt langjährige Mitglieder

 

Über eine hohe Teilnehmerzahl konnten sich die Verantwortlichen des VUL bei der diesjährigen Mitgliederversammlung freuen.

Wie der Vorsitzende August Wieland in seinem Geschäftsbericht anhand von Fotos darlegte wurden wieder zahlreichen Maßnahmen zur Landschafts- und Biotoppflege auf der Ötigheimer Gemarkung durchgeführt. So verbrachten die Aktiven 260 Arbeitsstunden bei der Streuobstwiesenpflege, der Bekämpfung von Neophyten, wie der Goldrute, dem Freihalten von Flachgewässern und der Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen für die Sandgrasnelke und den Großen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Letzterer hat seinen Namen aufgrund seiner Lebens- und Überlebensstrategie, wie der 2. Vorsitzende Dr. Volker Späth den Versammelten erklärte. Denn einerseits ernährt sich dieser Schmetterling ausschließlich von seiner Wirtspflanze, dem Großen Wiesenknopf, wegen seiner Gestalt auch Blutströpfle genannt und zum anderen lässt er sich im Jugendstadium als Raupe zu Boden fallen, durch Ameisen in deren Bau verschleppen und dort bis zum Schlüpfen ernähren. Seit dem Beginn der Pflegemaßnahmen vor einigen Jahren mit einer frühen und einer späten Mahd hat sich die Falteranzahl inzwischen vervierfacht. Anlässlich des Rückgangs der Streuobstwiesen kritisierte Wieland anhand einer Übersichtskarte den rasanten Flächenverbrauch durch Wohn- und Industriegebiete, der der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu wider laufe. Bliebe es bei dem Tempo der letzten Jahrzehnte, so wäre die Ötigheimer Hardt in 50 Jahren völlig zugebaut. Schlechte Zufahrtsmöglichkeiten zu den Pflegeflächen sowie Baumschäden durch landwirtschaftliche Großfahrzeuge waren weitere Kritikpunkte.

Kassier Rolf Jenisch berichtet über einen positiven Kassenstand. Das Kassenprüferteam Bernhard Kunze und Elisabeth Vehring-Rößler bescheinigten dem Kassier eine ordentliche Kassenführung und beantragten eine Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erfolgte. Ebenso einstimmig wurde eine Ergänzung der Satzung, in der die Form der Einladung zur Mitgliederversammlung präzisiert wurde, angenommen.

Für langjährige Vereinszugehörigkeit konnten zahlreiche Mitglieder geehrt werden.
25 Jahre Mitgliedschaft: Drs. Ingrid und Karl-Heinz Bäumler, Gabriele und Gerhard Friedrich, Liselotte Gerling, Monika Heck, Brigitte Kölmel, Barbara und Peter Köpple, Martin Kühn, Heinz Lorenz, Christopher, Julia und Marianne Naab, Reinhard Reuter, Bruno, Carola Julia und Roland Rößler, Peter Späth, Kurt Tüg, Elisabeth Vehring-Rößler, Carolin Vogt, Günter Waibel, Robert Walz, Gabriele und Hans Weingärtner, Johann Weingärtner und August Wieland.
40 Jahre Mitgliedschaft: Manfred Dalhäuser, Rosa Hermannspan, Josef Nold und Karl-Heinz Weßbecher.

 

Die geehrten (von links): August Wieland, Karl-Heiz Weßbecher, Peter Späth, Josef Nold, Reinhard Reuter, Liselotte Gerling,
Elisabeth Vehring-Rößler, Carolin Vogt, Marianne Naab, Dr. Karl-Heinz Bäumler, Dr. Volker Späth

 

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung präsentierte der 2. Vorsitzende Dr. Späth einen Vortrag zum Thema "Artenschutz in der Gemeinde - ein Leitfaden für die Umsetzung des Naturschutzes in der Bauleitplanung. In Deutschland kommen ca. 75.000 wildlebende Tier- und Pflanzenarten vor von denen aktuell zwischen 30% und 40% gefährdet sind. Nach dem BNatSchG sind deutschlandweit ca. 2.600 Arten „besonders geschützt“ d.h. nur ca. 3,5% der Tiere und Pflanzen unterliegen dem strengen Artenschutz. Die Verbotsbestimmungen § 44 BNatSchG beinhalten sowohl ein Tötungsverbot, ein Störungsverbot als auch ein Zerstörungsverbot von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten. Bei jedem Bebauungsplan, aber auch beim Fällen alter Bäume und beim Abriss von Gebäuden muss daher vorab geprüft werden, ob geschützte Arten getötet werden könnten. In der Regel geschieht dies durch den Naturschutzbeauftragten oder einen beauftragten Biologen, der z.B. Fledermäuse, Brutvogelarten, Reptilien und Amphibien kartiert und entsprechende Minderungs- oder Ausgleichsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Landratsamt vorschlägt. Hierzu gehören beispielsweise die Begrenzung der Bauarbeiten auf das Winterhalbjahr, das Abfangen von vorkommenden Eidechsen und die Anlage von Ersatzbiotopen vor dem Eingriff. "Vor dem Hintergrund des nicht endenden Flächenverbrauchs, so Späth, sind Einhaltung und Umsetzung des Artenschutzes ein Muss". Man kann es auch anders formulieren, "die menschliche Größe und den moralischen Fortschritt kann man daran messen, wie mit Pflanzen und Tieren umgegangen wird".

Pressebericht hier

 

Jahresrückblick 2013

 

Auch in diesem Jahr stand die Landschaftspflege auf der Ötigheimer Gemarkung im Mittelpunkt unserer Arbeit. Mit einer Förderung durch den Landkreis Rastatt hat der VUL die den Federbach begleitenden Wiesenstreifen ober- und unterhalb des Badplatzes gepflegt. Ein großer Erfolg war im Jahr 2013 von unserer Pflegefläche im Kampelsried zu melden, dort wurden im Juli 22 Dunkle Wiesen-Ameisenbläulinge gezählt, nachdem es dort im  Jahr 2012 nur 5 Exemplare gab. Für diese europäisch geschützte Schmetterlingsart muss eine Wiese möglichst vor dem 15. Juni gepflegt werden. Im Juli und August darf überhaupt nicht gemäht werden, weil in dieser Zeit die jungen Schmetterlingsraupen am Großen Wiesenknopf in der Blüte sitzen.
Weitere Pflegemaßnahmen wurden im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Naturschutzgebiet im Gewann "Äscherig" durchgeführt. Hier geht es in der Regel um die Zurückdrängung der Goldrute und Verbuschung in Schluten und an Amphibiengewässern. An 5 Einsatzorten wurden die Goldrutenbestände gemäht und abgeräumt, so dass sich die Gräser und Kräuter der standortsheimischen Wiesen ausbreiten konnten. Am Haftgraben und am Amphibienteich hinter der Hofstelle "Kolbe" wurden Erlen zurück geschnitten, um für Amphibien und Libellen genügend Lichteinfall auf das Gewässer zu sichern. Der Laubfrosch hatte in diesem nassen Sommer sehr gut von den hohen Wasserständen und den Pflegemaßnahmen profitiert, so dass im Herbst viele kleine Laubfrösche im Tiefgestade unterwegs waren (siehe Foto).

Unsere starken Jungs beim Beseitigen von Gehölz

Laubfrosch im Ötigheimer Tiefgestade

 

Weitere Pflegeeinsätze gab es am Hirschgrund für die seltene Sandgrasnelke und im Gewann "Kleinröder" im Bereich einer verbuschten Feuchtwiese sowie im Schwarzen Loch. Auf der Hardt wurden 1,5 Hektar gemeindeeigene Streuobstwiesen gemäht und deren Bäume geschnitten. Durch einen Landwirt ließen wir im Tiefgestade 1,8 Hektar Wiesen mähen und zu Heu verarbeiten. Nicht mehr in unserem Pflegekonzept enthalten ist ein Großteil der, dem Stadion gegenüberliegenden, Mühlwiesen. Hier wird bekanntlich durch die Gemeinde eine Wurfanlage für den Sportbetrieb errichtet.

Auch eine Exkursion wurde wieder angeboten: Stefan Biebinger und Andreas Kühn führten gemeinsam durch die Blumenwiesen des Äscherig, der aufgrund seines artenreichen Grünlands Teil des Naturschutzgebiets „Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim“ ist. An unterschiedlichen Standorten erläuterten die Exkursionsführer den Teilnehmern die verschiedenen Wiesengesellschaften, ihre kennzeichnenden Arten und deren Lebensbedingungen.

Im September konnte der Vorstand des VUL dem neuen Bürgermeister Herrn Kiefer und der neuen Hauptamtsleiterin Frau Eisele bei einer gemeinsamen Fahrradexkursion über die Gemarkung die VUL-Pflegeflächen präsentieren und verschiedene Probleme des Natur- und Landschaftsschutzes ansprechen.

 

Flurrundgang mit Bürgermeister und Hauptamtsleiterin

 

Umweltpolitisch aktiv waren wir im Zusammenhang mit dem Änderungsentwurfs des Teilflächennutzungsplans Windenergie der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt. Hier positionierten wir uns durch einen Faktencheck gegen die generelle Ablehnung von Windenergieanlagen auf Ötigheimer Gemarkung.

 

"Was blüht denn da?" - Lehrreiche Wiesenexkursion mit Pflanzenbestimmung mit

Andreas Kühn und Stephan Biebinger

 

Nachdem der ursprünglich vorgesehene Termin am 5. Mai 2013 buchstäblich ins Wasser gefallen war, klappte es mit unserer Wiesenexkursion am Sonntag, 2. Juni. Bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur führten die Experten Stefan Biebinger und Andreas Kühn eine Schar interessierter Wiesenfreunde in das Gewann Äscherig, um sie mit den verschiedene Wiesengesellschaften und ihren kennzeichnenden Arten bekannt zu machen. Dieses Gebiet ist aufgrund seines artenreichen Grünlands Teil des Naturschutzgebiets „Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim“.

Die Pflanzenarten der Wiesen bestehen aus Gräsern und Kräutern. An einer Glatthaferwiese wurden verschiedene Gräser erklärt. Wie zu erfahren war, lassen sich diese entsprechend ihrer Wuchshöhe in Ober-, Mittel- und Untergräser einteilen, wobei die Obergräser wie beispielsweise der Glatthafer namensgebend für den Wiesentypus sind. Anhand der Häufigkeit der Grasarten lässt sich auf den Nährstoffgehalt des Bodens schließen. So weist das zu den Untergräsern gehörende und bei der Heutrocknung aromatisch riechende Ruchgras auf einen eher mageren Standort hin, während der hoch aufwachsende Fuchsschwanz einen eher nassen und nährstoffreichen Standort anzeigt. Wenn Wiesen nur noch abgemulcht werden, verwandeln sie sich oft in reine „Graswüsten“ mit Fuchsschwanz.

Sorgt eine regelmäßige Heunutzung für weniger Nährstoffe, so kommen viele Blumen zum Vorschein, wie zum Beispiel auf den mageren Flachlandmähwiesen, die nach europäischem Recht geschützt sind. Hier blühen Knautie, Wiesen-Flockenblume, Lichtnelke, Margerite und der Große Wiesenknopf. „Wiesenblumen sind ökologisch besonders wertvoll“, so die Exkursionführer, „da sie für die Ernährung von Schmetterlingen, Wildbienen und weiteren Insekten wichtig sind“. An den vorkommenden Arten konnten die Teilnehmer erkennen, welche Bedeutung das Bodenrelief auf den Feuchtegehalt und die Nährstoffversorgung des Bodens hat. So wurden auf leicht erhöhten Rücken Gamander-Ehrenpreis und Hirschhaarstrang als typische Magerkeitsanzeiger gefunden, während in leichten Mulden die gelblich blühende Wiesensilge einen wechselfeuchten Standort signalisierte und die allseits bekannte Gelbe Schwertlilie in feuchten Rinnen zu finden war. Apropos Feuchtigkeit: Infolge der heftigen Regenfälle der vorausgegangenen Tage stand das Wasser oft Dezimeterhoch in den Wiesen, so dass der Wegverlauf der Exkursion oft den Verhältnissen vor Ort angepasst werden musste.

Welchen Einfluss schließlich die Nutzung einer Wiese auf die Pflanzengesellschaften hat, wurde an einem extensiv beweideten Standort deutlich. Obergräser wie Glatthafer, Wiesenschwingel und Knaulgras fehlten infolge von Abfraß, während trittfestere Arten wie Weißklee Rotklee und Gänseblümchen zahlreich vorhanden waren.

Nach rund zwei Stunden waren alle Fragen der Exkursionsteilnehmer beantwortet und die Vielfalt und Schönheit der Ötigheimer Wiesen im Tiefgestade gab ein gutes „Sonntaggefühl“.

      

 

Endspurt bei der Landschaftspflege

 

Im September und Oktober stehen traditionell die letzten großen Einsätze in der Pflege der Ötigheimer Landschaft an. So hat der VUL am 14. September die Böschungen in der alten Kiesgrube am Hirschgrund mit den Vorkommen der Sandgrasnelke gepflegt. Mit sechs Mann und zwei Freischneidern wurde die Böschung gemäht und das Mahdgut abgeräumt sowie die angrenzenden Gehölze zurück geschnitten. Im Anschluss daran wurde der Einflugbereich der Fledermaustunnels von Gehölzen befreit. Am vorgelagerten Amphibienteich steht wohl im nächsten Jahre eine größere Pflegemaßnahme an.

Am 21.09. erfolgten mehrere Mäheinsätze. So wurden die Wiesenstreifen und Wegbanketten am Federbach oberhalb und unterhalb des Badplatzes gemäht. Dieser Bereich hat auch für die ortsnahe Erholung und das Landschaftsbild eine bedeutende Rolle.

Auch im Naturschutzdenkmal Kampelsried konnte die Wiese mit den Vorkommen der seltenen Schmetterlingsart Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling letztmalig gemäht werden. Im Zuge der Federbachrenaturierung war auf dieser Wiese ein Amphibienteich angelegt worden, der inzwischen fast komplett mit Erlen zugewachsen war. Diese Erlen wurden nun mit dem Freischneider zurück geschnitten. Damit wird die Beschattung reduziert, Wasserpflanzen, Libellen und Amphibien werden davon profitieren und auch die Wasserqualität wird sich verbessern, da zukünftig viel weniger Laub in das Gewässer fällt.

Vielen Dank, allen Mitgliedern, die uns tatkräftig unterstützt haben.

 

Pflegearbeiten für Sandgrasnelke

 

Gepflegte Wegbankette am Federbach

 

Wiesen- und Biotoppflege im Kampelsried

Freigestellter Amphibienteich im Kampelsried

 

 

Klimatour auf Google Earth

 

Mit einem aufwändigen Internetprojekt machen die Vereinten Nationen und der Suchmaschinenanbieter Google seit Oktober 2009 den Klimawandel besser verständlich. In zahlreichen animierten Videotouren durch das Programm von Google Earth erleben Internetnutzer, wie die Erderwärmung abläuft und wie wir sie stoppen können. Zahlreiche 3-D-Animationen, Videos und Fotos illustrieren die Ursachen und Folgen der Klimaveränderung rund um den Globus und zeigen konkrete Gegenmaßnahmen.

Der WWF führt durch sein Klimaschutzprojekt zum Erhalt der Torfmoorwälder im Nationalpark Sebangau auf Borneo (www.wwf.de/google-earth). Neben dem WWF stellen weitere Nichtregierungsorganisationen, Städte, Universitäten, Regierungen und Firmen aus der ganzen Welt ihre Klimaschutzprojekte vor. „Noch nie wurde der Klimawandel so umfassend visualisiert“, sagt WWF Geschäftsführer Eberhard Brandes. „Er ist für viele Menschen noch immer sehr abstrakt. Die Google-Klimatouren helfen, ihn zu verstehen und geben Anregungen, wie sich jeder Einzelne im Kampf gegen den Klimawandel engagieren kann.“

 

Baumpflege

 

Inzwischen sind die Baumpflegearbeiten auf den vom VUL betreuten gemeindeeigenen Streuobstwiesen abgeschlossen. Allen Aktiven ein herzliches Dankeschön.

 

Verleihung des Landesnaturschutzpreises 2008

Die Stiftung "Naturschutzfonds Baden-Württemberg" hat über die Verleihung des Landesnaturschutzpreises 2008 einen Film veröffentlicht, der unter folgendem Link abgerufen werden kann: http://www.stiftung-naturschutz-bw.de/servlet/PB/menu/1285926/index.html

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Streuobstkennzeichnung: Wider faule Billigimporte

Im November gab Landwirtschaftsminister Peter Hauk bekannt, dass die Zahl der Streuobstbäume im Land seit 1965 um gut die Hälfte gesunken ist – von 18 Millionen Bäumen auf 9,3 Millionen im Jahr 2005. „Geht es in diesem Tempo weiter, wird es im Jahr 2050 keine Streuobstwiesen mehr in Baden-Württemberg geben“, warnt Brigitte Dahlbender, Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Der BUND fordert, die Fördermittel zu erhöhen und durch höheren Preise für Mostobst die Bewirtschaftung der ökologischwichtigen Streuobstwiesen wieder attraktiv zu machen. Weil Billigsäfte aus importiertem Apfelsaftkonzentrat die Preise für Apfelsaft ruinieren, fordert der BUND außerdem, auf Saftflaschen ein Herkunftszeichen einzuführen. „Die Kennzeichnungspflicht würde das Land keinen Cent Kosten. Die Verbraucher jedoch können sich bewusst für Saft von einheimischen Streuobstbäumen entscheiden“, argumentierte Dahlbender. Quelle: BUNDmagazin 1/2010

 

 

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